Wasseraugen

Wasseraugen, chemisch liiert. Zoomen auf
puschlige Wolkenränder, Heiteres, skulpturiert
zu einer Vorstellungswelt, die Sinn machen
die in sich blenden und aus sich strahlen soll
Da ist es doch völlig egal wie untertunnelt und
leitungsüberspannt die Welt ganz ungeheuren
Energieflüssen ausgesetzt unablässig brazzelt
und den ewig altbekannten Senf von sich gibt
Wimpern flattern und zucken von Stromstößen
bedroht der nervöse Uferbewuchs, der Bisam
rackert im Grasesschatten, von Flucht zu Flucht
geschmuggelter Pulsschlag, gebannte Sonnen
Tropfenspektren, zerschmetterte Amöben, die
immer mehr Amöben ergeben, in gespiegelten
Himmeln wirbelnde Höfe gekalkter Seelen bis
zu den Feldern voll Mohn und weiter reichte
der Regen, ab einem bestimmten Punkt sind
Eiseskälte und Hitzetod zwillingsgleich. Über
skoliotische Wallungen brettern Jetski-Amateure
geschluckt von strudelnden Pupillen, von Hand
geweiteten Wasseraugen, die in die tiefsten
Schwärzen führen, über kaum wahrnehmbare
Kämme, an geheime Nullpunkte, innerhalb
derer der Rhein noch originalgetreu rauscht


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