Presserückschau (September 2016)

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“Die spektakuläre Lichtinstallation am Düsseldorfer Rheinturm könnte bald regelmäßig zu sehen sein. Nach der Premiere beim NRW-Fest soll der “Rheinkomet” zum neuen Wahrzeichen der Stadt werden – nach dem Vorbild des Pariser Eiffelturms. “Nach dem Echo, das wir bislang bekommen haben, sind wir überzeugt, dass der Rheinkomet das neue Wahrzeichen Düsseldorfs werden kann”, sagt Edmund Spohr von der Bürgerstiftung „Dus-Illuminated“. Aus vielen Städten im Umland seien positive Anrufe eingegangen. “Wir haben sogar einen Brief aus dem Vatikan bekommen, der die Installation als ‚Stern des Abendlandes‘ bezeichnet”, freut sich Spohr. Die Stiftung hat das Lichtspektakel gemeinsam mit dem Künstler Klaus Gendrung finanziert und auf die Beine gestellt. Die Idee zur Lichtshow liegt dagegen schon Jahre zurück, denn ursprünglich sollte der Rheinturm eine olympische Flamme zeigen, wenn die Olympia-Bewerbung der Stadt für die Spiele im Jahr 2012 Erfolg gehabt hätte.” (WDR)

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Absturz: “Mehrere besorgte Bürgen hatten (…) den abgestürzten Heißluftballon beziehungsweise einen Feuerball oder gar ein unbekanntes Flugobjekt über der Rettbergsaue inmitten des Rheins gemeldet. Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und ein Polizeihubschrauber machten sich sofort auf den Weg zu der großen Rheininsel (3100 Meter lang und bis zu 400 Meter breit).
Sie entdeckten den Heißluftballon, dessen Ballonfahrer sich für die Landung auf der Aue entschieden hatte, weil er das Rheinufer nicht mehr erreicht hätte. Alle drei Insassen des Ballons waren wohlauf und wurden mit einem Feuerlöschboot ans Ufer gebracht.” (Bild)

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“Es ist kein schöner Anblick, der sich (…) Spaziergängern bietet, die an der Altenheimer Rheinbrücke unterwegs sind: Auf französischer Seite dümpeln Hunderte verendeter Fische – und auch auf der deutschen Rheinseite fällt das »Treibgut« auf. Das Fischsterben hat einen natürlichen Grund: Blaualgen. Die Untersuchungen auf französischer Seite sind (…) inzwischen abgeschlossen. Die Ursache des massiven Fischsterbens im Rhein liegt im Plobsheimer Becken gegenüber von Neuried-Müllen. Die toten Tiere werden über den Rhein hinweg ans Ortenauer Ufer geschwemmt. Angefacht durch die Hitze der vergangenen Wochen sind in den Tiefen des Beckens Blaualgen gewachsen. Diese bilden nicht nur einen markanten blauen Farbstoff, sondern auch Bakterien, die Fische und ihre Nahrung, den Plankton, nach und nach vergiften. Zudem binden die Algen den Sauerstoff im Wasser – die Umgebung wird für die Tiere und Einzeller lebensfeindlich.” (Baden Online)

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Rheintote
“In Basel ist (…) ein unbekannter toter Mann aus dem Rhein geborgen worden. Passanten hatten (…) den vor dem Kleinbasler Ufer im Wasser treibenden Körper bemerkt und Alarm geschlagen. Bei der Wiesemündung konnten Polizei und Feuerwehr den Toten bergen. Bisherige Ermittlungen hätten ergeben, dass der Mann offensichtlich schon mehrere Tage im Rhein gelegen habe, teilte die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt mit. Identifiziert werden konnte er noch nicht.” (Aargauer Zeitung)

“Ein Mann ist (…) im Rhein bei Speyer ertrunken. Das bestätigte die Polizei dem SWR. Wasserschutzpolizei, DLRG und Feuerwehr seien im Großeinsatz gewesen. Taucher hätten den Mann aber nur noch tot bergen können. Die Identität des Opfers sowie der Unfallhergang sind noch unklar. Asylbewerber, die sich am Ufer des Rheins befanden, berichteten aber einem Kamerateam vor Ort, der Mann sei mit ihnen befreundet, er stamme aus Afghanistan und habe in ihrem Heim gelebt.”

“Furchtbare Gewissheit haben die Angehörigen des Mannes, der (…) beim Baden im Rhein verschwunden war: Helfer der Feuerwehr bargen (…) die Leiche des 46-Jährigen – just an der Stelle, wo er zwei Tage zuvor zum letzten Mal gesehen worden war. Die Schwester des Niederkasselers, so bestätigte die Polizei in Siegburg, hatte den Toten entdeckt. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten war sie noch einmal ans Rheinufer gegangen, wo sie tatsächlich den leblosen Körper ihres Bruders im Wasser bemerkte.” (Kölnische Rundschau)

“Tot geborgen wurde ein 22-Jähriger, der (…) bei Köln-Rodenkirchen untergegangen war. Er sei bei Wesel tot im Wasser gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher.” (WDR)

“Ein 10-jähriger Bub ist (…) in Eglisau ZH im Rhein ums Leben gekommen. Er war zunächst mit Kollegen von einem drei Meter hohen Quai in den Fluss gesprungen. Später kletterte er auf einen Baum und versuchte, über ein Boot am Ufer zu springen. Dabei schlug der Junge mit eritreischen Wurzeln gemäss Angaben der Kantonspolizei Zürich auf dem Boot auf, fiel ins Wasser und tauchte nicht mehr auf. Taucher der Seepolizei bargen ihn rund eine Stunde später leblos in acht Metern Tiefe.” (Neue Luzerner Zeitung)

An historische Rheintote erinnert der Express: “Hans Doll ist pensionierter Kripo-Beamter. (…) Vor 60 Jahren war er einfacher Polizeibeamter und gerade dreißig mal 30. Er berichtet: “Ich arbeitete damals für die Wache am Wiener Platz. (…) Und ich war oft mit dem Kraftrad auf Streife.” (…) So auch im September 1956. (…) Plötzlich sah Doll am Ufer etwas liegen. „Ehrlich gesagt, konnte ich gar nicht genau erkennen, was es war. Aber es sah irgendwie menschenähnlich aus. Also bin ich die Böschung runter. Den Anblick, der sich mir bot – schrecklich. Den werde ich mein Lebtag nicht vergessen. Da lagen die sterblichen Überreste eines Menschen – total aufgequollen.” (…) Doll schaffte es, den toten Arbeiter einen Meter aus dem Wasser zu ziehen. (…) Doll erinnert sich auch an die Gespräche auf der Dienststelle nach dem Unglück beim Bau der Severinsbrücke: “Damals erzählte man sich, dass ein toter Arbeiter im Pfeiler der Severinsbrücke einbetoniert worden sei – da gab es keinen Zweifel.” Am 21. September 1956 brechen die Stützen der Brückenpfeiler weg. Beton, Wasser und Geröll begraben die Bauarbeiter, die in einem Senkkasten arbeiten: Mindestens fünf sterben.”

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Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler (6)

dominik_domsüßigkeitenDominik: Domsüßigkeiten

taja usic_köln steht kopfTaja Ušić: Köln steht Kopf an Karneval

andjela doric_heinzelmännchen at workAnđela Dorić: Die Heinzelmännchen bei der Arbeit

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Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler (5)

david t_wildes spielDavid T.: Wildes Spiel des 1.FC Köln, der Gegner jubelt

arian_fc kölnArian: Perfekt ausgeführter Strafstoß der Rückennummer 7 des 1.FC Köln

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Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler (4)

nea_karnevalNea: Kölner Karnevalsszene – der frappierende Realismus des Bildes mag daher rühren, daß auch in Istrien Karneval stattfindet

manolo_freie interpretationEine freie Interpretation Kölns von Manolo

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Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler (3)

antonija mijandrusic_kamelle am domAntonija Mijandrušić: Kamelle fliegen am Dom

erik belsak_die drei domtürmeErik Belšak: Die drei Domtürme

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Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler (2)

aurel_heinzelmännchenAurel: Die Heinzelmännchen messen ungefähr 1,20 Meter: “Bam. Wir kehren nie mehr zurück.”

julia bambic_schule karnevalJulia erklärte, sie wolle später viele Geschichten in verschiedenen Sprachen schreiben; als erstes über eine deutsche Stadt.

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Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler

Im istrischen Ližnjan waren wir eingeladen, in der Dorfschule vor der dritten und vierten Grundschulklasse über Köln und den Rhein zu sprechen. Sehr weit kamen wir mit unseren Ausführungen nicht, denn die Schüler debattierten lebhaft jedes Vortragsdetail, sodaß die veranschlagte Stunde rasend verflog. So erfuhren wir z.B. als Reaktion auf Kopischs Heinzelmännchengedicht von den Schülern, daß im nahegelegenen Pula Steinfeen das grandiose, aus der Römerzeit erhalten gebliebene Amphitheater bei Unwetter mit schwarzen Regenschirmen schützten. Zum Abschluß ihrer Deutschstunde malten die Schüler eigens für rheinsein ihre Sicht auf Köln nach neu gewonnenen Erkenntnissen, die sich hauptsächlich um die Römerzeit, den Dom, den 1. FC Köln, den Karneval und die Heinzelmännchen drehten. In einer kleinen Serie stellen wir eine Bildauswahl vor:

nikola perkovic_karnevalNikola Perković: Karneval

ljubomir_domLjubomir: Der Kölner Dom

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Rheinzitat (36)

(Der Emmericher Lokalarchivar Bernhard) Lensing wusste zu berichten, dass der Rhein im Laufe der Jahrhunderte um rund 80 Kilometer kürzer geworden ist. Aber bei allen Eingriffen von Menschenhand und Veränderungen aus eigener Urkraft: “Man kann sich auf den Rhein nicht verlassen.” (Gefunden in der WAZ)

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Karlheinz

billy hutter_karlheinz
Als „eine Art Roman“ bezeichnet Autor Billy Hutter sein Buch, auf das mich Dieter M. Gräf aufmerksam gemacht hatte. Das Cover mit seinen in Kodacolor gefaßten Kontrasten gefiel ebenso auf den ersten Blick wie der Neugier schürende Untertitel „Ein Stück von Karlheinz steckt auch in Euch“. Daß Karlheinz, den Billy Hutter im Buch und darüberhinaus als Paradebeispiel eines deutschen Durchschnittslebens „projektiert“ hat, tot im „Schicksalsstrom“ Rhein gefunden wurde, brachte zudem unverzüglich meine rheinsein-Ader in Wallung.

Karlheinz, wahlweise mit Bindestrich, hießen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unsere Komponisten, Schauspieler und Fußballer („der Treter mit dem Engelsgesicht“). Noch häufiger war der Name bei Bauarbeitern, Laboranten und obskuren Onkeln anzutreffen – kleinen Männern, für die selten literarische Worte bemüht werden (1). Laborant und obskurer Onkel zugleich war Karlheinz Naksch (1929–1989) gewesen, dessen Nachlaß Billy Hutter, der im Brotberuf als Entrümpler (2) arbeitet, einem Schatzsucher-Impuls folgend hortete, erforschte („Sauerkrautbüchsen, dreißig oder vierzig Stück, die einzigen Lebensmittel, die er auf Vorrat gekauft hat – Verdauungsprobleme? Skorbut?“), sortierte, deutete, im Rahmen von Kunstaktionen zugänglich machte und über die Jahre zum Buche Karlheinz faßte: die große leidenschaftslose Geschichte vom Versinken unter den Möglichkeiten, das Hohelied vom antriebsarmen Versacken in den unaussprechlichen Fallen des Aufbruchs nach dem Zweiten Weltkrieg.

“Die Stadt ist eine Arbeiterstadt. Es ist meine Stadt. Hier dominiert leider ein schlechter Geschmack. (…)
In einer vom Pfälzischen Fremdenverkehrsverband e. V. (…) Ende der 1930er Jahre herausgegebenen Broschüre – „Deutschland – Die Pfalz am Rhein“ – (von Karlheinz mehrfach unbeherrscht mit „1939“ bestempelt) werden im Abschnitt Ludwigshafen unter dem Punkt Sehenswürdigkeiten im Wesentlichen der großartige Schiffsverkehr auf dem Rhein, die Werke der I.G. Farbenindustrie und der Blick auf Mannheim genannt.”

Neben Karlheinz gebührt die zweite Hauptrolle des Buchs der Stadt Ludwigshafen, ihrer parallel zu Karlheinzens Leben verlaufenden Geschichte, sowie der näheren Umgebung. Daß die Pfalz exemplarisch für deutschen Durchschnitt steht, mag sich an ihrer Kartoffel- und Weinlastigkeit ermessen lassen (in der Pfalz wird Wein als Dubbeschoppe in Halblitergläsern serviert), an der bräsigen, vom Aussitzen dominierten Kanzlerschaft Helmut Kohls (Karlheinz und der große, anderthalb Jahre ältere Nachbarsjunge müssen sich wenigstens vom Sehen gekannt haben, rechnet Hutter nach Straßenzügen und Schulzeiten aus), oder auch daran, daß seit Jahrzehnten die Einwohner einer Ludwigshafen nahen Gemeinde mit dem sprechenden Namen Haßloch der Konsumlobby als Testkaninchen dienen, deren Verhalten entscheidet, welche neuen Produkte Einzug in den gesamtdeutschen Alltag halten dürfen.

“Das Werk ist trotz seiner anderthalb Jahrhunderte langen Geschichte arm an Anekdoten – die Anilinratten sollen groß wie Katzen sein (…). Vielleicht ist seine Macht zu drückend, um kleine Geschichten zu spinnen. Eine, die dennoch in allen möglichen Varianten an den Stammtischen erzählt wird, geht so: In einer Abteilung fällt auf, daß immer wieder größere Mengen Quecksilber verschwinden. Der Werkschutz wird verständigt. Am Tor werden Kontrollen durchgeführt. Ein Arbeiter schiebt sein Fahrrad, er hat die Tasche auf den Gepäckträger geschnallt, dem Ausgang entgegen. Die Tasche wird durchsucht – ohne Ergebnis. Dieser Vorgang wiederholt sich in den folgenden (…) Wochen ein ums andere Mal. Der Mann hat den Verdacht auf sich gezogen. Eines Tages kippt ihm, er hat die Kontrolle schon passiert, das Fahrrad um. Die Werkschützer beobachten entgeistert, wie er sich bemüht, das Gefährt wieder hoch zu wuchten; es geht nicht, das Rad ist einfach zu schwer. Der Dieb hat den ganzen Rahmen mit Quecksilber gefüllt.”

Natürlich spielt „das Werk“ auch in Karlheinzens Leben eine entscheidende Rolle: der Vater arbeitete dort als Doktor der Chemie. Die ans Werksgelände grenzenden Straßen der Arbeiterkinder galt es für den Jungen aus besserem Hause zu meiden. Die väterliche Erwartung, der Sohn möge in seine Fußstapfen treten, wird Karlheinz zwar angehen, jedoch nicht erfüllen. Für die allgegenwärtige, ihm von Geburt an zugedachte BASF zu arbeiten vermeidet er: Enthaltsamkeit als aufmüpfiger Akt? Statt Karriere zu machen, führt Karlheinz ein etwas undurchschaubares, von eintönigen Zeugnissen markiertes Leben: Ereignislosigkeit, die er von klein auf akribisch in Kalendern notiert: eine Akribie, auf die auch der Autor beim Erschließen der karlheinzschen Notizen verfällt, bis er unmerklich und nie ohne Widerwillen beginnt, das Leben des zur Kunstfigur erkorenen Verstorbenen in zaghaften Ausschnitten nachzuleben. Um derartige Vorgänge erträglich zu gestalten, muß Distanz zum Sujet gehalten werden (Zeugenbefragungen werden vermieden, sie könnten die Karlheinz-Ikone demolieren); dann wieder macht Hutter seine Leser zu Komplizen, indem er sie in bester Arbeitermanier euchzt und ihrzt; der nachgelassene Krempel, der seine Wohnung verstopft, wird zu Performance-Material umgedeutet:

“Als ich zu sprechen beginne, zerstöre ich das demokratische Element. Meine Haltung ist bereits festgelegt. Ich beobachte längst meine Gäste. Ich beäuge argwöhnisch die Männer, die allein unterwegs sind. Hinter einer konventionellen Maske verbergen sie nicht unbedingt sympathische Schrullen. Der ist wegen Nichtigkeiten in bittere Grabenkämpfe mit seinen Nachbarn verstrickt. Der fliegt alleine nach Südostasien. Karlheinzige Typen. „Du bist Karlheinz!“
(…) Ich überbetone die endlosen Wiederholungen in seinen Aufzeichnungen und erzähle die Geschichte von den Gurken aus Oggersheim. Schildere, wie es der Familie im vorletzten Kriegsjahr gelingt, eine Ladung Gurken zu organisieren. Wie die Gurken im Wäschekorb über Bahnsteige geschleppt und zur Nahrungsergänzung mit in den Urlaub geschafft werden. Wie Karlheinz über drei lange Wochen täglich notiert: „abends Gurken.“”

Trotz aller Ereignisloskeit, die Leserschaft weiß das von Beginn an, steuert Karlheinz auf die Katastrofe zu. Die Frage, worin sie bestehen mag, erzeugt Spannung über den zur Schau gestellten Banalitäten („bedaure, daß ich euch gelangweilt habe“). Die Lektüre erinnert mich an Jugendgefährten, die verrückt geworden sind, verschollen, an Drogen, Unfällen oder Unlust gestorben. Wieviele von uns brechen vor der Zeit weg? Was macht ein Leben aus? Wenn Rolf Dieter Brinkmann in Rom, Blicke seine Einkaufszettel publiziert, strahlt das Wut aus. Wenn Billy Hutter Karlheinzens in etwa zur gleichen Zeit angesammelten Café-Rechnungen publiziert, spricht das von Bodenständigkeit. Zwei Seiten des Spießertums, das in Karlheinzens Person nicht nur erwartbare Facetten entfaltet: die extreme Bindung ans Elternhaus, zugleich der Haß auf die verheiratete Schwester, die Unfähigkeit zur Partnerschaft, versteckte Sexualität, unbeholfene Betrugsversuche und resultierende Gerichtsverfahren, ein „sensationeller Verschleiß an Regenmänteln“, der späte Karlheinz womöglich gar – wie praktisch jede Deutung im Buch trotz Kubikmetern gewissenhaft ausgewerteten Nachlaßmaterials unbewiesene Spekulation – eine Existenz als Ludwigshafener Original: der Mann (mehr ein Schemen) mit der braunen Einkaufstüte, der sich bei den Eingängen der Kaufhäuser und den Bekanntmachungen der Banken aufhält. Jeder Anflug von Skurrilität enthält bei Karlheinz zugleich Hilflosigkeit, Manie und die fiese Befremdnis bürgerlichen Mainstreams. Beim Lesen klingt mir ständig der schleppende Ludwigshafener Dialekt im Ohr, dieweil Hutter in Karlheinz die Existenz in ihrer äußersten Schlichtheit sich Bahn brechen läßt, eine überaus flache, jederzeit absturzgefährdete Kurve beschreibend: das vieltausendfach ungekannt gelebte Leben des Helden, von dem sein Nachempf- wie -erfinder schreibt, daß er ihm persönlich lieber nicht habe begegnen wollen – und tatsächlich löst es Schauder aus, wenn Hutter über ein Ludwigshafener Hallenbad räsoniert: Karlheinz und der Autor hätten womöglich im selben Wasser geschwommen. So traurig und erfunden alles an Karlheinz wirkt, ist es das wahrste und beeindruckendste Buch, das ich dieses Jahr bisher gelesen habe.

“Ich schlage vor, ihm ein Denkmal zu setzen. Das ist ein durch und durch seriöser und ernstgemeinter, ein nicht-literarischer Vorschlag. (…) Die offizielle kulturelle Praxis unserer Stadt setzt auf das Konstruktive und das Kybernetische. Im Gegensatz dazu wird das Karlheinz-Monument, das wir unten am Rheinufer errichten, eine Mischung aus den Objekten Duane Hansons und Claes Oldenburgs werden und in farbigem Polyester oder einem vergleichbaren künstlichen Material gehalten sein; kolossal jedenfalls, da darf nicht gekleckert werden. (…) Ein Monument der Mittelmäßigkeit und der Einsamkeit wird es werden, aber ebenso ein großartiges, ein größenwahnsinniges Ding, ein Wal, ein Heidelberger Faß, das zu Abbremsungen auf den Brücken führen wird. Am Fuß des Denkmals treffen sich Verliebte. Hier werden Hochzeitsfotos gemacht. Hierhin führt das Vorstandsmitglied die chinesische Delegation. Ein touristischer Magnet wird das Denkmal sein. Nach Ludwigshafen, um Karlheinz zu sehen!”

Billy Hutter: Karlheinz, Metrolit-Verlag, Berlin 2015, 224 Seiten, 14,6 x 22 cm, gebunden, 25 Euro

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(1) Zur weiterbildenden Lektüre empfehle ich das Gedicht Kleineleutechronik von HEL
(2) Anfang der 90er arbeitete ich einige Zeit wie Billy Hutter als Entrümpler und Möbelpacker in einem sozialistisch organisierten Kollektiv, ein Sammelbecken für Linksintellektuelle: nicht selten bugsierte ich damals Hand in Hand mit einem Doktor der Philosophie, der über Hegel promoviert hatte, Schränke und Waschmaschinen durch Düsseldorfer Treppenhäuser und fragte mich, wieviele Bücher dereinst einmal von Mitgliedern dieses handfesten Kollektivs verfaßt worden sein würden.

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Rheinfallwasser

rheinfallwasser_top“Trinkwasser vom Grundwasserpumpwerk beim Rheinfall”, gefördert und abgefüllt in der Schweiz für die proRHEINFALL AG, enthält diese Weißblechdose mit stilisierter Landschaft “im ansprechenden Retro-Design” “zum Sammeln und Aufstellen” – also trotz des Slogans “ein paar Schlückchen Rheinfall” mitnichten direkt den lärmenden Wasserstürzen entnommenes Naß. Für sportliche CHF 3.50 (zuzüglich Porto und Verpackung) läßt sich das Produkt im Netz bestellen.
rheinfallwasser_levUns erreichte ein Dosenexemplar auf den schwer ergründlichen Pfaden der Kunst. Das Lärmen des Rheinfalls war nicht in der Dose enthalten. Doch ähnelt das Rheinfalltosen frappant den Geräuschen auf der Rheinbrücke Leverkusen als Teilstück der A1 (im Bildhintergrund). Während einer Exkursion tranken wir den Inhalt der Dose komplett und fingen im geleerten Gefäß (im Bildvordergrund) die Geräuschkulisse ein, um dieselbe, als kleine verstörende Intervention, bei nächster Gelegenheit am Rheinfall zu entlassen.

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Ein Junge namens Rhein

Vom sechsten März diesen Jahres datiert ein Artikel aus dem rheinischen Boulevardblatt Express über aus Albanien zugewanderte Eltern, die ihrem vergangenen November im Kölner Severinsklösterchen geborenen Jungen den Vornamen Rhein gaben. Damit sei das Baby der erste Mensch dieses Namens, zumindest in Köln – wo weniger die Namenswahl erstaunen sollte als vielmehr die (vom Artikel nahegelegte) Tatsache, daß es 2000 Jahre dauerte, bis sie ein Kölner Kind traf. Rheins älterer Bruder erzähle im Kindergarten gerne, daß er “der Bruder vom Rhein” sei, schreibt das schnelle Blatt und schnürt ein kleines Rührpaket eines Einwandererfamilienschicksals, das sich auf der Express-Website nachlesen läßt. Eine Vorliebe für deutsche Namen habe in der albanischen Familie desweiteren schon immer bestanden, heißt es in dem Beitrag, so sei Rheins Vater Gerdi nach “dem Bomber der Nation” Gerd Müller benannt worden.

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Rheinzitat (35)

“Der Rhein ist eine hohe Grenze.”
(Ernst Bloch)

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Kesselzerknall

untergang der rheinfall bei berlingen

Der Untergang der “Rheinfall” auf einem Gemälde von Adolf Dietrich aus dem Jahr 1935. Eine Dampfkesselexplosion vor dem Landungssteg im thurgauischen Berlingen verursachte 1869 eine der größten Katastrofen der Rheinschifffahrt, die sieben Menschen und mehreren Stück Vieh den Tod brachte.

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Die Rheinkiesel-Kultur

“Liebes rheinsein,

der Weg ist das Rad, das seine Kreise absolviert, solang der Pedaltritt kräftig genug ist – lernt man auf dem über 1000 Kilometer langen EV15 (1). Droht jedoch die Symbiose zwischen Wille und Muskeln zum Stellungskrieg zu werden, in dem dem “Ich will” das “Ich kann nicht mehr” gegenübersteht, bleibt nichts anderes übrig als den Sattel würdevoll zu verlassen, und anstatt den Ehrgeiz auf dem heißen Asphalt sinnlos schmelzen zu lassen, den strapazierten Muskeln und dem stumpfsinnig geworden Hirn eine Pause zu gönnen. So lernten wir auf einer Etappe Mr. Airon kennen. Mr. Airon ist der stolze, doch recht zurückgezogen lebende, kamerascheue Besitzer des “Musée régional” in einer Ortschaft im Département Bas-Rhin.

kieselkultur

Ihn ausfindig zu machen fordert Geschick und Ausdauer. Leicht zu verfehlen sind die geschlossenen Fensterladen mit der verwischten und abgeblätterten Inschrift, die auf das Museum hinweist, doch keinen Eingang erwähnt. Nach mehreren Versuchen gelangten wir tatsächlich ins einräumige Sanctum sanctorum. In Kisten, Kartons, Schubladen aufbewahrt, auf Regalen gestapelt, dicht nebeneinander an die Wände genagelt, geschraubt, geklebt, zusammengeschnürt, am Boden liegend oder von der Decke hängend warten Mr. Airons Sammelstücke (erworben oder gefunden), wenn nicht unbedingt auf den Besucher, dann auf die Verdichtung der Staubschichten, oder wie der Besitzer halb ironisch mitteilt: die nächsten Flügelschläge eines Engels. Langsam ans Halbdunkel gewöhnt, entdeckt das Auge dem Rost ergebenes Eisen, von Würmern befallenes Holz, von Schimmel überzogenes Leder, primitive agrarische Geräte, post-industrielle Werkzeuge, Postkarten, Fotos, Jagd- und Angeltrophäen, ausgestopfte Nagetiere und Vögel, in Formalin schwebende Reptilien, mit Nadeln befestigte Insekten, Flußkrebse, Knochen, Federn, getrocknete Pflanzen, und zuletzt Gesteine verschiedenen Ursprungs.

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Unermüdlich durchkreuzt Mr. Airon die Umgebung beider Rheinufer mit seinem Dreirad, besucht Kiesgruben, Sümpfe, Felder, Antiquariate. Sorgfältig gräbt er in Sand und Erde, erkundigt Flohmärkte, erforscht Wälder, verhandelt, tauscht mit Gleichgesinnten. Seine Sammlung führt den Besucher tief durch die Zeiten, von der modernen Antiquität bis hin zum Objekt “von vor sehr langer Zeit”, versichert uns der Inhaber, auch wenn er für die Datierung stärker seinem Instinkt vertraut als irgendwelchen wissenschaftlichen Verfahren, und seine Funde mittels einer großzügigen “Plus-Minus”-Bandbreite einschätzt. Man mag sich schnell über die Echtheit diverser Fossilien seine Gedanken machen, wie auch über manchen Kieselstein, welchen Mr. Airon zwischen Jungpaläolithikum und Neolithikum einordnet. Darunter dieses Exemplar, das er, mutig auf eine morsche Leiter kletternd aus einer Schachtel zog, und auf dessen Oberfläche er das Sternzeichen Lyra zu erkennen meinte, wenngleich ungenau dargestellt.

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Natürlich hatte der prähistorische Mensch nicht an Lyra gedacht. Was er tatsächlich sah oder sich vorstellte, wird uns für immer verborgen bleiben. Vielleicht korrespondierte einfach das Erscheinen der Konstellation bzw. seines Hauptsterns im April mit bestimmten Veränderungen am und im Fluß, vielleicht schmeckte das Wasser (angereichert mit Mineralien aus der Schneeschmelze) besser als sonst und hatte sogar positive Wirkungen auf die Gesundheit. Vielleicht tauchten bestimmte Fischarten auf? Auch wäre zu berücksichtigen, daß Lyra im Sommer kulminiert: schön sind die Tage, warm und hell, gemeinhin Zeit für Schöpferisches – warum also nicht den Fluß, an dessen Ufer man lebt, nachahmen? Wer sonst als ein begabter früher Rheinanwohner könnte diese magischen Motive auf den Stein gezaubert haben? Auf diese Weise hätte entstehen können, was Mr. Airon “so etwas wie eine “Rheinkiesel-Kultur”" zu nennen pflegte, die später mit der Michelsberger Keramik ihren Höhepunkt fand.

In Hochachtung und mit freundlichen Grüßen,
Ihr Marcel Crépon”

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(1) EV15: EuroVelo 15 (Rheinradweg)

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Pforzheimer Lindenkult

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Voici donc le culte des arbres revenu. Ce culte a longtemps, a toujours persisté en Allemagne. Il y existe encore; mais ce n’est plus au chêne, à l’orme, au hêtre ou au frêne que s’adressent les hommages, surtout ceux de la jeunesse, c’est au tilleul. Les dévots du tilleul y poussent leur ferveur jusqu’au fanatisme, et leur fanatisme jusqu’au meurtre.
J’avais refusé de le croire. Ce matin, j’ouvre mon journal; j’y lis, à la date du 30 décembre 1860, qu’un jeune homme de Pforzheim, palatinat du Rhin, a tenté d’assassiner le bourgmestre au moyen d’un révolver, dont les quatre canons étaient chargés d’une balle de plomb.
Arrêté sur-le-champ, le coupable déclara n’avoir personnellement aucune haine contre ledit magistrat, mais celui-ci, abusant de son autorité, venait de faire abattre des tilleuls, auxquels les Pforzheimois portent un culte, et il avait voulu le punir de cette profanation.
Le journal ajoute: „Ce jeune homme appartient à une famille honorable, ses antécédents sont purs, et jamais il n’a manifesté rien qui pût faire supposer en lui un dérangement mental.“
En quoi donc le tilleul mérite-t-il plus que les autres arbres d’exciter aujourd’hui, en plein dix-neuvième siècle, des sentiments de sympathie aussi violents? C’est que la jeune Allemagne l’a proclamé l’arbre des amoureux, sa feuille ayant la forme d’un cœur.
Si je ne craignais de m’attirer une mauvaise affaire, si je ne ressentais une horreur naturelle pour toutes les armes à feu, et spécialement pour les révolvers à quatre coups, je ferais observer que les anatomistes protestent contre cette prétendue forme de la feuille susdite qui, se terminant par une pointe aiguë, resemble, en réalité, moins à un cœur qu’à l’as de cœur; mais ici la convention triomphe de l’anatomie, qui ne doit jamais se mêler aux choses de l’amour.

(Xavier-Boniface Saintine: La Mythologie du Rhin, mit Illustrationen von Gustave Doré, 1862)

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Presserückschau (August 2016)

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“Riesiger Pokémon stürzt in den Rhein: Ein 23-jähriger Mann in einem gelben Pokémon-Kostüm ist (…) in Mainz in den Rhein gestürzt. Ein 33-Jähriger sprang hinterher, um ihn zu retten, wurde aber von der Strömung abgetrieben, wie die Feuerwehr mitteilte. Rettungskräfte holten den Mann in dem Kostüm aus dem Wasser. (…) Der zweite Mann kletterte aus eigener Kraft aus dem Fluss. Beide wurden am Ufer von Sanitätern versorgt.” (SWR)

2
Bewußtlos im Rhein: “In der Nacht erreichte die Feuerwehrleitstelle ein Notruf über eine im Rhein treibende Person in Höhe des Feldbergplatzes. Boote der Feuerwehren Mainz und Wiesbaden bildeten unterhalb der Kaiserbrücke eine Suchkette. Nach kurzer Zeit entdeckten die Einsatzkräfte eine kopfüber im Wasser treibende bewusstlosen Mann. Ein Taucher zog den Verunglückten an Land. Im Rettungswagen kam der Mann langsam wieder zu Bewusstsein. Er konnte sich aber nicht mehr daran erinnern, wie er in den Rhein kam.” (Hit Radio FFH)

3
“Katzenalarm auf dem Rhein: Mehrere Anrufer aus Düsseldorf haben (…) die Feuerwehr alarmiert. Eine Katze treibe auf einem Stück Treibholz auf dem Fluss (…). Umgehend rückte das Rettungsboot der Feuerlöschstation aus (…). Doch die Retter erwartete eine Überraschung: Denn auf dem Rhein trieb nicht eine Katze in Seenot, sondern ein ausgestopftes Raubtier – möglicherweise ein Marder, der auf einem Holzbrett befestigt war. Um die Konstruktion zu stabilisieren, hatte der unbekannte Erbauer unter dem Brett noch eine Unterkonstruktion mit vier Kunststoffflaschen als Schwimmkörper befestigt. Wer das Tier auf die Reise geschickt hat und wie lange es schon unterwegs war, sei unbekannt, betonte die Feuerwehr. Doch fand das ausgestopfte Tier vorläufig in der Löschbootstation eine neue Heimat.” (General-Anzeiger)

4
Rheintote
“Nach einem Badeunfall ist ein 39-Jähriger tot aus dem Rhein geborgen worden. Passanten hatten die Leiche des Mannes (…) in Urmitz (…) im Wasser treiben sehen, teilte die Polizei mit. (…) Er war mit einem Freund nahe Kaltenengers baden gegangen, plötzlich unter Wasser gezogen worden und nicht mehr aufgetaucht. Bei dem 39-Jährigen handelte es sich nach Angaben der Polizei um einen Urlauber aus Norddeutschland.” (General-Anzeiger)

“Ein Toter (ist) aus dem Rhein bei Duisburg geborgen worden. Nach einem Foto-Vergleich geht die Polizei davon aus, dass es sich um einen (…) vermissten Flüchtling aus Afghanistan handelt. Der 18-Jährige war beim Schwimmen im Rhein bei Meerbusch abgetrieben und seitdem vermisst worden. Die Ermittlungen zur zweifelsfreien Identifizierung des Mannes dauern an.” (WDR)

“Rettungskräfte haben in Ludwigshafen einen toten Schwimmer geborgen. Zunächst war der Polizei ein leblos im Rhein treibender Mensch gemeldet worden. Dann wurden die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen, der Rettungsdienst, die Wasserschutzpolizei und die Polizei in Mannheim und Ludwigshafen alarmiert. Die Helfer konnten den Mann dann im Bereich der Konrad-Adenauer-Brücke in Ludwigshafen sichten. Die Feuerwehr zog den Mann aus dem Rhein. Versuche, den Mann wieder zu beleben, blieben erfolglos: Er starb kurze Zeit später in einem Krankenhaus. Die Identität des Mannes stand zunächst nicht fest. Er soll etwa 75 Jahre alt und etwa 1,70 Meter groß sein. Er war mit einer Badehose bekleidet und dürfte nach ersten Ermittlungen der Polizei im Bereich der Ludwigshafener Parkinsel in den Rhein gestiegen sein.” (Hit Radio FFH)

“Bonn – Tragischer Einsatz nahe der Nordbrücke. Zeugen (meldeten) einen leblosen Körper, der im Rhein trieb. Kurz darauf zogen Einsatzkräfte den Mann an Land. Mehr als 30 Minuten lang versuchten die Retter, den Mann zu reanimieren. Doch es war zu spät. Kurz darauf konnte im Krankenhaus nur noch sein Tod festgestellt werden. Der Verstorbene wurde als ein 48-Jährige aus dem Großraum Bonn identifiziert.” (Express)

“In Duisburg-Wanheim hat es (…) einen größeren Feuerwehreinsatz am Rhein gegeben. Die Rettungskräfte bargen einen toten 82-jährigen Mann aus dem Wasser. (…) Ein Arbeiter der Hüttenwerke Krupp Mannesmann hatte eine treibende Person im Rhein gemeldet. Es wurde eine Vielzahl an Einsatz- und Rettungskräften mobilisiert. Unter anderem Taucher, Rettungsboote sowie ein Rettungshubschrauber. Die Besatzung des Hubschraubers entdeckte die leblose Person im Rhein stromabwärts treiben. Die Feuerwehr barg den Leichnam. Die Ermittlungen der Polizei laufen.” (Rheinische Post)

“Nach seiner Rettung aus dem Rhein in Düsseldorf ist ein 27-Jähriger gestorben. Nach Angaben der Polizei konnte der Mann (…) zunächst reanimiert werden, doch er erlag später seinen Verletzungen. Zuvor war bei der Feuerwehr Düsseldorf ein Notruf eingegangen, dass eine Person im Rhein auf Höhe des Stadtteils Volmerswerth verschwunden sei. Rettungskräfte suchten an Land und im Wasser nach dem Mann, unterstützt wurden sie von zwei Hubschraubern der Polizei. Taucher fanden den Mann nach zwei Stunden, anschließend wurde er unter Reanimationsbedingungen in die Uni-Klinik gebracht (…). Wann genau er starb, wurde nicht bekannt. Die Feuerwehr sprach von einem Unglück.” (Rheinische Post)

“Nach dem Badeunfall (…) in Rodenkirchen hat die Polizei in Rheinberg am Niederrhein (…) eine Leiche aus dem Rhein geborgen. Ob es sich um den in Köln vermissten 22-Jährigen handelt, ist unklar. Wie die örtliche Polizei am Abend mitteilte, konnte die Person noch nicht identifiziert werden. Der Ort im Kreis Wesel ist mehr als 100 Flusskilometer von Köln entfernt. Der 22-Jährige wurde (…) das letzte Mal gesehen, als Zeugen beobachteten, wie er unterging. Trotz intensiver Such- und Rettungsbemühungen der Feuerwehr und des Rettungsdienstes blieb der Mann vermisst.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

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Venlo (4)

venlo_wandgemäldeFortgesetzte Stadt: Wandgemälde in Venlo.

venlo_wandgemälde_2Kirche mit Barbetrieb.

venlo_blendeSichtblende mit einigem Potential, Betrachter in den Wahnsinn zu treiben.

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Venlo (3)

venlo_maasDas limburgische Venlo als rheinisch zu bezeichnen ist zum Mindesten gewagt, auch wenn es direkt an der Landesgrenze ins niederrheinische Kaldenkirchen übergeht und zahlreiche Ecken der Fußgängerzone direkt der Düsseldorfer Altstadt entnommen wirken. Rheinisch mag an Venlo zudem der Karneval sein, die Stadt ist katholisch geprägt und gilt als Hochburg des niederländischen Karnevals. Rheinisch wirkt an Venlo vor allem die Maas, deren Anblick an die niederländischen Rheinarme, mit deren südlicheren sie sich verbinden wird, erinnert. In Venlo heißt sie Mooder Maas (Mutter Maas), der Rhein kommt in Miniaturgestalt als Rijnbeek (Rheinbach), im Venloer Dialekt auch t Rienke (das Rheinchen) vor.

venlo_2 brüderFür rheinische Stimmung sorgen in Venlo desweiteren Touristenhorden aus dem Grenzland. Der Tourismus teilt sich in zwei Gruppen mit geringen Schnittmengen: die Senioren zielen vornehmlich auf Die 2 Brüder von Venlo, einen weithin berühmten, etwas unorthodox sortierten Supermarkt mit ungeheurer Kaffeeabteilung, die Junioren streben eher diverse Coffeeshops an. Insbesondere an Samstagen entwickeln sich der grenzüberschreitende Regionalzug sowie der Supermarkt zu Kampfzonen: Hackenporsches überfrachten Gepäckablagen und Korridore, generalstabsmäßig werden über Sitzreihen hinweg Fluchtwege ausbaldowert, Veteraninnen des Wochenendeinkaufs erzählen unter Gelächter Anekdoten früherer Schlachten, die kurz darauf im Supermarkt nachgestellt und neuinterpretiert werden.

venlo_jan klaassensHinter dem Schaufenster eines ehemaligen Tabakladens in der Fußgängerzone verbirgt sich “das wahrscheinlich kleinste Museum der Niederlande” (Selbstbeschreibung) bzw. “een piepklein museum” (Wikipedia). Gewidmet ist es dem Venloer Fußballer und niederländischen Nationalspieler Jan Klaassens (1931-1981), “der nicht rauchte und kein Glas Alkohol trank, dieweil er selbst Tabakwaren verkaufte und sein Vater eine Kneipe betrieb”.

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