Venlo (4)

venlo_wandgemäldeFortgesetzte Stadt: Wandgemälde in Venlo.

venlo_wandgemälde_2Kirche mit Barbetrieb.

venlo_blendeSichtblende mit einigem Potential, Betrachter in den Wahnsinn zu treiben.

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Venlo (3)

venlo_maasDas limburgische Venlo als rheinisch zu bezeichnen ist zum Mindesten gewagt, auch wenn es direkt an der Landesgrenze ins niederrheinische Kaldenkirchen übergeht und zahlreiche Ecken der Fußgängerzone direkt der Düsseldorfer Altstadt entnommen wirken. Rheinisch mag an Venlo zudem der Karneval sein, die Stadt ist katholisch geprägt und gilt als Hochburg des niederländischen Karnevals. Rheinisch wirkt an Venlo vor allem die Maas, deren Anblick an die niederländischen Rheinarme, mit deren südlicheren sie sich verbinden wird, erinnert. In Venlo heißt sie Mooder Maas (Mutter Maas), der Rhein kommt in Miniaturgestalt als Rijnbeek (Rheinbach), im Venloer Dialekt auch t Rienke (das Rheinchen) vor.

venlo_2 brüderFür rheinische Stimmung sorgen in Venlo desweiteren Touristenhorden aus dem Grenzland. Der Tourismus teilt sich in zwei Gruppen mit geringen Schnittmengen: die Senioren zielen vornehmlich auf Die 2 Brüder von Venlo, einen weithin berühmten, etwas unorthodox sortierten Supermarkt mit ungeheurer Kaffeeabteilung, die Junioren streben eher diverse Coffeeshops an. Insbesondere an Samstagen entwickeln sich der grenzüberschreitende Regionalzug sowie der Supermarkt zu Kampfzonen: Hackenporsches überfrachten Gepäckablagen und Korridore, generalstabsmäßig werden über Sitzreihen hinweg Fluchtwege ausbaldowert, Veteraninnen des Wochenendeinkaufs erzählen unter Gelächter Anekdoten früherer Schlachten, die kurz darauf im Supermarkt nachgestellt und neuinterpretiert werden.

venlo_jan klaassensHinter dem Schaufenster eines ehemaligen Tabakladens in der Fußgängerzone verbirgt sich “das wahrscheinlich kleinste Museum der Niederlande” (Selbstbeschreibung) bzw. “een piepklein museum” (Wikipedia). Gewidmet ist es dem Venloer Fußballer und niederländischen Nationalspieler Jan Klaassens (1931-1981), “der nicht rauchte und kein Glas Alkohol trank, dieweil er selbst Tabakwaren verkaufte und sein Vater eine Kneipe betrieb”.

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Venlo (2)

venlo_rot_martinikerkVenlorot: die katholische Martinikirche. Das Repertoire ihres mittäglichen Glockenspiels enthält Klassiker der Populärmusik mit Bezug zu christlichen Vorstellungswelten wie Led Zeppelins Stairway to Heaven oder Louis Armstrongs What a Wonderful World. venlo_rot_mauerVenlorot: Mauern
venlo_rot_tanzVenlorot: Tänzerin im Hinterhof

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Venlo

venlo_tritsmansvenlo_lucebertInsbesondere Wandgedichte sind in den Niederlanden eine Spezialität der Universitätsstadt Leiden. Doch auch in anderen niederländischen Städten längs der Rheinarme fanden wir Gedichtzeilen an exponierten oder geschmackvoll verborgenen Stellen in die Stadtbilder integriert. Sin poesía no hay ciudad, ohne Poesie keine Stadt, lautete jüngst ein bedenkenswerter Slogan auf Werbebildschirmen im spanischen Cádiz. Das limburgische Venlo hat in dieser Hinsicht längst vorgesorgt. Bereits im Bahnhof prangt ein Wandgedicht von Marc Tritsmans. Und unweit des Bahnhofs ist Luceberts (1924-1994) uiterst klein rond deel am Eingang zur Innenstadt auf der Betonumfassung eines Baums angebracht.

venlo_paul snoekVon unten nach oben zu lesen, also in umgekehrter Versfolge auf die Hauswand appliziert, ist dieses titellose Gedicht von Paul Snoek (1933-1981), einem belgischen Dichter.

venlo_jac van hattumZeilen von Jac. van Hattum (1900-1981) an der Stadtbibliothek setzen die augenscheinliche Venloer Vorliebe für nicht allzu lang verstorbene Dichtergenerationen fort.

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Mooder Maas

Pariês det haet zien Seine
In Kölle is de Rien
D’n alde blauwe Donau.
Löp altiêd nog door Wien
Maar waat `t schoënste is
Det weite wéj beslis

Refrein:
Det is ôs Mooder
Jao det is Mooder Maas
Die schoëne Majjem
Die schoëne Mooder Maas
Wie bôks béj liefke
Wie greun béj graas
Zoë huërt béj Venlo
Os Mooder Maas

Merieke hilt van wandele
Maar noëts ens nao de hei
En nao ôs Floddergetske
Krieg ik um auk neet mei
Het zaet: det wetste bes
Ik heb maar ein adres

Mestreech haet ziene Vriethaof
Remund ‘ne “kaoie zit”
In Tegele prônk d’n oêles
En Venlo haet “de Pit”
Maar ein dingk gans allein
Det hebbe wéj gemein

(Als Gegenbild zu Vater Rhein dient Mutter Maas in einem Karnevalslied im Venloer Dialekt aus dem Jahr 1966, der Text stammt von Ad Pollux, die Musik von Fr. Wetjens)

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Neusser Heimatlied

Als ich noch ein kleiner Junge war,
sagte Mutti einst zu mir:
schau dir uns’re schöne Stadt mal an
und dann merke dir,
schöner kann’s woanders auch nicht sein,
zieht es dich ins fremde Land,
einmal treibt das Heimweh dich doch heim
und du hast erkannt:

Refrain:
Dort, wo die Erft den Rhein begrüßt
einst meine Wiege stand.
Wo stolz Quirin den Himmel mißt,
da ist mein Heimatland.
Ich grüße dich Novesia
mit Herz und frohem Sinn
und singe dir ein Gloria,
weil ich ein Neusser bin
und singe dir ein Gloria,
weil ich ein Neusser bin.

Römer zogen einst durch unser Land,
bauten eine schöne Stadt,
die auch heute noch in junger Zeit
einen Namen hat.
Stolz und groß ist die Vergangenheit,
die aus deinen Mauern spricht,
Gott beschütze dich für alle Zeit,
Dich vergeß’ ich nicht.

Heimatstadt, Du mein Novesia,
Du liegst mir doch nur im Sinn.
Treu sein will ich Dir ein Leben lang,
wo ich immer bin.
Grüßt von weitem dann das Obertor
und ich seh’ mein Elternhaus,
sing vor Freude ich ein Lied Dir vor
in die Welt hinaus.

Text und Musik: Hubert Derrez (1922-1996)

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Ideale Rheinlandschaft

rheinlandschaft_kloster steinfeldDas leicht beschädigte und klassisch gerahmte Gemälde in einem Tagesraum des Klosters Steinfeld weckte bei allen Befragten unmittelbar Assoziationen an den Mittelrhein – auch wenn niemand die Darstellung genauer zu lokalisieren vermochte. Offenbar handelt es sich um einen idealisierten Rheinausschnitt der Kategorie ”zu schön, um wahr zu sein”. Mochte der reale Rheinblick dem Maler  als “zu wahr, um schön zu sein” gegolten haben? Oder handelt es sich am Ende doch um eine realistische Darstellung einer inzwischen umgestalteten Szenerie?

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Heidelberg am Rhein

I and my pupil dined as usual in Mrs. Fairfax’s parlour; the afternoon was wild and snowy, and we passed it in the schoolroom. At dark I allowed Adele to put away books and work, and to run downstairs; for, from the comparative silence below, and from the
cessation of appeals to the door-bell, I conjectured that Mr. Rochester was now at liberty. Left alone, I walked to the window;
but nothing was to be seen thence: twilight and snowflakes together thickened the air, and hid the very shrubs on the lawn. I let down the curtain and went back to the fireside.

In the clear embers I was tracing a view, not unlike a picture I remembered to have seen of the castle of Heidelberg, on the Rhine, when Mrs. Fairfax came in, breaking up by her entrance the fiery mosaic I had been piercing together, and scattering too some heavy unwelcome thoughts that were beginning to throng on my solitude.

(aus Charlotte Brontë: Jane Eyre, 1847)

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Ein gewaltiges, geschlossenes Siedlungsgebiet vom Rhein bis zum Kongo

“Rein territorial angesehen, verschwindet der Flächeninhalt des Deutschen Reiches vollständig gegenüber dem der sogenannten Weltmächte. Man führe ja nicht England als Gegenbeweis an, denn das englische Mutterland ist wirklich nur die große Hauptstadt des britischen Weltreiches, das fast ein Viertel der ganzen Erdoberfläche sein eigen nennt. Weiter müssen wir als Riesenstaaten in erster Linie die amerikanische Union, sodann Rußland und China ansehen. Lauter Raumgebilde von zum Teil mehr als zehnfach größerer Fläche als das derzeitige Deutsche Reich. Und selbst Frankreich muß unter diese Staaten gerechnet werden. Nicht nur, daß es in immer größerem Umfang aus den farbigen Menschenbeständen seines Riesenreiches das Heer ergänzt, macht es auch rassisch in seiner Vernegerung so rapide Fortschritte, daß man tatsächlich von einer Entstehung eines afrikanischen Staates auf europäischem Boden reden kann. Die Kolonialpolitik des heutigen Frankreichs ist nicht zu vergleichen mit der des vergangenen Deutschlands. Würde sich die Entwicklung Frankreichs im heutigen Stile noch dreihundert Jahre fortsetzen, so wären die letzten fränkischen Blutsreste in dem sich bildenden europa-afrikanischen Mulattenstaat untergegangen. Ein gewaltiges, geschlossenes Siedlungsgebiet vom Rhein bis zum Kongo, erfüllt von einer aus dauernder Bastardisierung langsam sich bildenden niederen Rasse.”

(aus Adolf Hitler: Mein Kampf, 855. Auflage 1943)

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Urft

urftgluckernDie Urft fließt über die Rur in die Maas, die sich dem Rhein mengt. An dieser idyllischen Stelle ein gutes Stück hinter Nettersheim läßt sie ihr Gluckern und Glurpsen verlauten, eine befremdliche, beinahe idiotische Dauerrede, die bevorzugt Wörter mit U verwendet.

urftanglerUrftangler in der Ortschaft Urft. Im Urfttal beginnt die römische Eifelwasserleitung nach Köln, von der wenig erhalten bzw freigelegt ist.

urftkölnJüngere Hinwendung der Eifelbewohner nach Köln, dokumentiert in Urft.

urft_lady jesus und beamtenpflanzeJesus als Frau mit Beamtenpflanze: Wegkreuz in Urft.

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Wanderpfade am Rhein

Vor drei oder vier Tagen in Edinburgh hatte ich einen Traum, so intensiv, dass ich mich heute noch gut daran erinnere: Ich stand am Ufer des Rheins, irgendwo bei uns im Norden, Kaiserswerth, Wittlaer, eines dieser vielbewanderten Ausflugsziele. Und außer mir stand da ein recht alter, magerer Mann und schimpfte auf das Gottserbärmlichste. Ich trat zu ihm und sah den Grund für seinen Zorn: Seitlich des Wegs war ein großes Metallschild angebracht; auf der oberen Hälfte war ein unscharfes Schwarzweißfoto zu sehen, in der Art, wie man sie aus Kriegszeiten kennt, eigentlich war nichts zu erkennen, nur schwach waren Personen zu erahnen. Der Skandal lag für den Senior eindeutig im Text, denn der stellte einen Text von Hanna Krabbe dar, den sie wohl im Gefängnis in typischer Kassiber-Sprache verfasst hatte, und am Ende informierte das Schild, dass es Teil eines RAF-Wanderwegs sei. Zuerst nahm ich die Idee vor dem Greis schon aus bloßem Prinzip in Schutz, aber während ich noch sprach, ging mir plötzlich auf, dass das Pathos solcher Texte und Schilder immer das selbe sei, egal ob Bonhoeffer, Geschwister Scholl, aber auch weitergedacht, Martin Luther, der ganze deutsche Idealismus, die Romantik, Expressionismus, völlig gleich – immer geht es um eine Kultur des Todes, letztlich auch bei solchen Übersteigern wie Nietzsche oder Canetti, je mehr sie ihn verlachen oder bekämpfen, desto sichtbarer kriecht er um sie herum, kein Ausweg aus der Gruftmisere, und deshalb schlug ich dem alten Mann vor, wir könnten ja einen Todes-Wanderpfad daneben errichten, und ich glaube, er hat die Idee ganz gut gefunden.

(Ein Gastbeitrag von Martin Knepper)

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Köln in Köln (13)

köln in köln_30Friesenviertel

köln in köln_31Merkenich

köln in köln_32Nippes

köln in köln_33Eigelstein

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Leontin und Friedrich baden im Rhein

Friedrich und Leontin ließen Erwin bei dem Wagen zurück und gingen von der andern Seite ins Gebirge. Als sie aus dem Walde auf einen hervorragenden Felsen heraustraten, sahen sie auf einmal aus wunderreicher Ferne, von alten Burgen und ewigen Wäldern kommend, den Strom vergangener Zeiten und unvergänglicher Begeisterung, den königlichen Rhein. Leontin sah lange still in Gedanken in die grüne Kühle hinunter, dann fing er sich schnell an auszukleiden. Einige Fischer fuhren auf dem Rheine vorüber und sangen ihr Morgenlied, die Sonne ging eben prächtig auf, da sprang er mit ausgebreiteten Armen in die kühlen Flammen hinab. Friedrich folgte seinem Beispiele, und beide rüstige Schwimmer rangen sich lange jubelnd mit den vom Morgenglanze trunkenen, eisigen Wogen. Unbeschreiblich leicht und heiter kehrten sie nach dem Morgenbade wieder in das Städtchen zurück, wo unterdes alles schon munter geworden. Es war die Weihe der Kraft für lange Kämpfe, die ihrer harrten.
Als die Sonne schon hoch war, bestiegen sie die alte, wohlerhaltene Burg, die wie eine Ehrenkrone über der altdeutschen Gegend stand. Des Wirtes Tochter ging ihnen mit einigen Flaschen Wein lustig die dunkeln, mit Efeu überwachsenen Mauerpfade voran, ihr junges, blühendes Gesicht nahm sich gar zierlich zwischen dem alten Gemäuer und Bilderwerk aus. Sie legte vor der Sonne die Hand über die Augen und nannte ihnen die zerstreuten Städte und Flüsse in der unermeßlichen Aussicht, die sich unten auftat. Leontin schenkte Wein ein, sie tat ihnen Bescheid und gab jedem willig zum Abschiede einen Kuß.
Sie stieg nun wieder den Berg hinab, die beiden schauten fröhlich in das Land hinaus. Da sahen sie, wie jenseits des Rheins zwei Jägerburschen aus dem Walde kamen und einen Kahn bestiegen, der am Ufer lag. Sie kamen quer über den Rhein auf das Städtchen zugefahren. Der eine saß tiefsinnig im Kahne, der andere tat mehrere Schüsse, die vielfach in den Bergen widerhallten. Erwin hatte sich in ein ausgebrochenes Bogenfenster der Burg gesetzt, das unmittelbar über dem Abgrunde stand. Ohne allen Schwindel saß er dort oben, seine ganze Seele schien aus den sinnigen Augen in die wunderbare Aussicht hinauszusehen. Er sagte voller Freuden, er erblicke ganz im Hintergrunde einen Berg und einen hervorragenden Wald, den er gar wohl kenne. Leontin ließ sich die Gegend zeigen und schien sie ebenfalls zu erkennen. Er sah darauf den Knaben ernsthaft und verwundert an, der es nicht bemerkte.
Erwin blieb in dem Fensterbogen sitzen, sie aber durchzogen das Schloß und den Berg in die Runde. Junge, grüne Zweige und wildbunte Blumen beugten sich überall über die dunklen Trümmer der Burg, der Wald rauschte kühl, Quellen sprangen in hellen, frischlichen Bogen von den Steinen, unzählige Vögel sangen, von allen Seiten die unermeßliche Aussicht, die Sonne schien warm über die Fläche, in tausend Strömen sich spiegelnd; es war, als sei die Natur hier rüstiger und lebendiger vor Erinnerung im Angesichte des Rheins und der alten Zeit. Wo ein Begeisterter steht, ist der Gipfel der Welt, rief Leontin fröhlich aus.

(aus Joseph von Eichendorff: Ahnung und Gegenwart, Nürnberg 1915)

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Rheinkiesel (22)

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Presserückschau (Juli 2016)

1
“Der Rhein ist nichts für Anfänger, meint Mike Pernox. “Da findet man vor allem Wasser-Pokémon – wenn man sie denn haben will. (…) Dem Rhein würde ich als Standort drei von fünf Sternen geben. Die Wasser-Pokémon, die man dort findet, sind gut, es gibt Enton, Karpador und Goldini”, sagt er. Vor allem aus Karpador könne man später viel machen – das Pokémon entwickelt sich nämlich mit genügend Pflege weiter zu einem Pokémon namens Garados, und das ist zum Beispiel im Kampf mit anderen Spielern und ihren Monstern kaum zu schlagen.”" (Rheinische Post)

2
“Am (…) 10.07.2016 wurden zum ersten Mal elf Kinder aus Köln im Rhein getauft. Pfarrerin Dr. Anna Quaas und Pfarrer Mathias Bonhoeffer der evangelischen Kartäusergemeinde feierten den Taufgottesdienst mit über 100 Gästen. (…) Carl, Milla, Lion, Zoe, Marlene, Leonie, Ben, Timm, Trixi, Frida und Jake gehören jetzt zur Gemeinde. (…) Damit der Gottesdienst im Rhein tatsächlich stattfinden konnte, mussten zunächst Genehmigungen eingeholt werden. Sowohl das Grünflächen- als auch das Schifffahrtsamt mussten zustimmen. Auch wenn die Strömung an der Taufstelle nicht besonders stark ist, sorgte die DLRG von einem Boot im Wasser aus für Sicherheit.” (WDR)

3
Rheintote
“Ein vermisster Matrose ist bei Ludwigshafen im Rhein gefunden worden. Die Leiche war laut Polizei am Werksgelände des Chemiekonzerns BASF an einer Wasserentnahmestelle entdeckt worden. Der Mann hatte laut Sprecher der Polizei seine Ausweispapiere bei sich, daher konnte er identifiziert werden. Vermutlich ist er ertrunken. Das 46 Jahre alte Besatzungsmitglied war (…) bei Mannheim von einem Kreuzfahrtschiff in den Rhein gefallen.” (Stuttgarter Zeitung)

“Ein 19-jähriger afghanischer Asylbewerber ist (…) im Rhein in Laufenburg AG ertrunken. Seine Leiche wurde (…) im Rechen des Kraftwerks Laufenburg angeschwemmt. Der Mann gehörte zu einer Dreiergruppe von gleichaltrigen Landsleuten, die (…) im Rhein ein Bad nahmen. Dabei gerieten sie in Not. Einer konnte sich selber ans Ufer retten, ein zweiter wurde von einem privaten Bootsfahrer aus dem Rhein gefischt. Der dritte Afghane blieb trotz einer Suchaktion verschwunden. (…)
Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) hatte Anfang dieses Sommers darauf hingewiesen, dass im Hitzesommer 2015 auffallend viele Touristen und Asylbewerber beim Baden tödlich verunglückt waren. Die SLRG liess darauf ihre Baderegeln in mehrere Sprachen übersetzen – unter anderem auf Arabisch und Somalisch.” (Blick)

“Horrorfund am Colonia-Hochhaus! Bei einem Spaziergang am Rheinufer stieß der Kölner Adrian H. (Name geändert) am Mittwochnachmittag auf die verstümmelten Überreste eines Mannes. „Es handelte sich um eine männliche Leiche, circa 40-50 Jahre alt, verschnürt in einen blauen Müllsack, ohne Arme und ohne Kopf“, so H. (…). Die sterblichen Überreste sollen nun obduziert werden, um Näheres über das noch nicht identifizierte Opfer und dessen Todesumstände zu erfahren. (…) Eine Mordkommission wurde gebildet, um das Todesrätsel zu lösen.” (Express)

“Die Wasserschutzpolizei musste (…) eine groß angelegte Suchaktion auf dem Rhein bei Orsoy ergebnislos abbrechen. Sie galt einem jungen Mann, der vermutlich ertrunken ist. Dabei handelt es sich (…) um einen 26-jährigen Flüchtling (…). Nach ersten Erkenntnissen soll er ein ungeübter Schwimmer gewesen sein und am Strand in Höhe des Hafens als Einziger im Fluss gebadet haben. Plötzlich sei er von einer Welle erfasst worden, die ihn weggerissen habe. (…) Mehr als 100 Leute beobachteten das beängstigende Szenario. Nach gut einer Stunde wurde die Suche eingestellt.” (Rheinische Post)

“Schon wieder ist ein Flüchtling den Fluten des Rheins ausgeliefert gewesen: Nach einem 19 Jahre alten Nigerianer wurde (…) in Bad Säckingen bei einer großangelegten Rettungsaktion im Rhein gesucht. Der Flüchtling, der laut Polizeiangaben nicht schwimmen konnte, wird bisher noch vermisst. Die Behörden rechnen mit dem Schlimmsten. Der 19-Jährige ist (…) zusammen mit einer Gruppe von Flüchtlingen an den Rhein gegangen, um dort zu baden. Dabei ging der Nigerianer nach Angaben seiner Begleiter einige Schritte ins Wasser und wurde von der Strömung mitgerissen. Der Nichtschwimmer trieb ab und ging unter.” (Badische Zeitung)

“Bei Albbruck (wurde) eine männliche Leiche im Rhein gefunden. Über die Identität des Toten und die näheren Umständen seines Todes ist (…) nichts bekannt. (…) Die Fundstelle befindet sich in der Nähe eines beliebten Freizeitgeländes direkt am Rhein gegenüber der früheren Papierfabrik. (…) Ob der bei Albbruck aufgefundene Tote eventuell mit dem Vermisstenfall G. B. (…) in Zusammenhang steht, ist ebenfalls offen. Mehr Klarheit dürfte erst die von der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen angeordnete Obduktion durch einen Gerichtsmediziner bringen.” (hierzuland)

4
Konzert auf der Rheininsel Grafenwerth: “”Aus nacktem Felsen dringt es. Noch namenlos, das Quellende, das Rinnende, das Wässrige.” Scheinbar aus dem Off ertönte am Freitag die Stimme von Sven Puchelt. Er saß am Bug des “Rheingold”-Schiffes und erzählte die Geschichte des Rheins, während die Musiker des Ensembles die Schiffsbühne am Heck eroberten. Unter der Leitung von Rüdiger Oppermann reist das Ensemble am Rhein entlang zu insgesamt 15 verschiedenen Orten von Basel über Worms bis Xanten, um das Publikum an den Ufern der Rheinstädte zu begeistern. (…) Rund 150 Gäste lauschten den musikalischen Geschichten vom Rhein als “Alpenwanderer” über den Goldhut von Schifferstadt bis hin zum Nibelungenlied und der Loreley. Und während hinter der Bühne über dem Rhein langsam die Sonne unterging, begeisterten Oppermans Weltmusiker mit teils mittelalterlich anmutender Musik, asiatischem Lautgesang und afrikanischen Trommelkonzerten bis hin zum Big-Band-Gefühl, wenn die 15 Musiker gemeinsam auf der Bühne standen.” (Kölnische Rundschau)

5
Unter “füdliblutt” versteht der Schweizer “nackt”. So erklären sich Schlagzeile und Artikel der kostenlos verteilten Tageszeitung 20 Minuten, die sich in der Schweiz, anders als in Deutschland, bis auf den heutigen Tag erhalten hat: “Füdliblutt am Rhein – Ein Nackter zog (…) am Kleinbasler Rheinufer die Blicke vieler Passanten auf sich. Verboten ist das in Basel nicht. Er sei dem Wasser entstiegen, wie Gott ihn geschaffen hat, berichtet ein Leser-Reporter. (…) Einen verwirrten Eindruck soll der Langhaarige gemacht haben, als er im Adamskostüm die Promenade rheinabwärts schritt.”

6
“Eine Wette zwischen Schweizern aus Zürich und Elsässern aus Straßburg aus dem Jahr 1456 ist der Hintergrund der Hirsebreifahrt. Zwischen den Städten bestand eine Partnerschaft und die Zürcher Zunftleute wollten mit dieser Fahrt ihren Partnern beweisen, dass sie im Notfall innerhalb eines Tages bei ihnen sein könnten. Als Beweis brachten sie einen Topf Hirsebrei, der bei der Ankunft noch warm war. Seit 1946 findet die Fahrt als Zeichen der Verbundenheit (fast) alle zehn Jahre statt.” (Badische Zeitung)

7
“Der zwischen Hinterrhein und Nufenen neu erbaute Rheinquellweg ist (…) eröffnet worden. Gleichzeitig wurde auch das Projekt «Sprudelnde Geschichten und Dorfbrunnen» feierlich eingeweiht.” (Südostschweiz)

8
“Ein Velofahrer ist (…) in Graubünden über steile Felsplatten hinab in den Rhein gestürzt. Er trieb rund 100 Meter den Fluss hinunter, bis er sich an einem Stein festklammern konnte. (…) Der Unfall hatte sich bei Haldenstein ereignet, als der Velofahrer auf einem schmalen Wanderweg dem Rhein entlang fuhr. Dabei verfing sich laut Polizei seine Lenkstange in einer Stahlkette, die als Haltevorrichtung für Wanderer dient, und er stürzte.” (Basler Zeitung)

9
“Damit der Aal eine Zukunft hat, wurden (…) 40.000 Jungtiere zwischen Lampertheim und Wiesbaden-Biebrich in den Rhein gesetzt. Ehrenamtliche Helfer und örtliche Angelvereine hatten diese Aufgabe unter Regie des Darmstädter Regierungspräsidiums übernommen. Sie erfüllen damit die EU-Aalverordnung. (…) Die ausgesetzten Tiere sind etwa 20 Zentimeter lang und damit für viele Fressfeinde nicht mehr interessant. (…) Damit die meisten der 40.000 Aale eine Überlebenschance haben, wurden sie zunächst an Europas Küsten als Jungtiere gefangen und dann in Aquakulturanlagen bis zu ihrer jetzigen Größe aufgezogen. Die beim Darmstädter Regierungspräsidium angesiedelte Fischereibehörde geht davon aus, dass die Aale in den nächsten fünf bis 20 Jahren im Rhein leben und dann auf Wanderschaft in ihre bis zu 6000 Kilometer entfernten Laichgebiete ziehen. Diese Tour geht quer durch den Atlantik bis zur Sargassosee am Rand der Karibik. In der Regel verliert sich dort die Spur der Tiere. Forschern ist es bisher nicht gelungen, Aale bei der Fortpflanzung zu beobachten.” (Echo)

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Jacques Boucher de Perthes am Rheinfall

À peine débarqué à Schaffouse que je me réserve de voir au retour, je prends l’omnibus qui conduit à la chûte du Rhin. La route est très-accidentée et, en raison de la montée, demande une demi-heure. On a une très-belle vue à gauche, et je reconnais la place où je me suis promené avec mes frères en 1815. Depuis quarante-quatre ans, rien n’y est changé ; mais il n’en est pas de même à la chûte : on y a bâti, il y a environ vingt ans, un bel hôtel dont le nom, Schweizerhof, est difficile à prononcer pour un Français. Heureusement que celui du maître, F. Wegenstein, l’est un peu moins. De la maison, placée sur la cime de la montée, on domine le fleuve et le paysage.

En entrant dans le salon, je fus frappé de la magnificence du spectacle : c’est de ce point et de la terrasse qui est devant que la chûte apparaît dans toute sa splendeur. En face est le château de Laufen, nommé aujourd’hui la maison Bleuler, nom du peintre qui l’a acheté et réparé, et qui a obtenu du gouvernement l’autorisation de percevoir un franc sur chaque visiteur étranger, et soixante centimes sur le visiteur suisse. Le nombre de ces voyageurs s’élève annuellement de trente à quarante mille. Le peintre est mort. Sa veuve, devenue propriétaire, est Française et n’a qu’une fille. La dame, à sa perception, a ajouté un magasin de gravures représentant les vues et curiosités du pays, et des ouvrages qui les décrivent.

De la chambre où je suis logé, la vue est presqu’aussi belle que du salon ; mais je me demande si, dans cette chambre, on peut dormir, car, à ses beautés, la chûte joint un vacarme épouvantable ?

Le jardin de l’hôtel, qui s’étend jusqu’au bord du Rhin, n’est pas à cent pas de la cascade ; cependant je veux profiter de ce qui reste de jour pour la voir de plus près encore, et malgré une pluie battante, je descends la côte pour gagner la rive. De là, un bateau me conduit dans le remous du tourbillon où nous nous laissons balancer, recevant à la fois la pluie et les éclaboussures de la chûte.

Guidé par un domestique, j’escalade la rampe qui conduit à la maison Bleuler. Une entrée assez mesquine mène à une petite porte sur laquelle est inscrit le nom de la propriétaire. J’y suis reçu par un homme aux cheveux et aux yeux noirs, de taille moyenne, d’environ trente ans, bien mis et bien fait, mais à la mine des plus rébarbatives, ce qui ne l’empêche pas d’être fort poli : c’est, me dit mon conducteur, l’associé et, croit-on, le gendre futur de la maîtresse du logis.

Arrivé sur la terrasse, je m’y trouve en compagnie d’un cavalier, voyageur comme moi, et d’une femme fort élégante qui paraît être la sienne. De là, l’œil plonge sur la chûte, mais trop rapproché, on en perd les alentours. De ce point, elle me semble moins belle que de l’hôtel et du bateau. Une éclaircie nous apporte les rayons du soleil couchant, et vient égayer la scène un peu sévère.

D’un autre balcon, la vue est plus étendue, et gagne ainsi beaucoup.

Pour arriver au troisième balcon, on traverse un magasin où Mme Bleuler elle-même vous fait offre de ses dessins et de ses livres. Son air est plus riant que celui de son associé.

Nous pénétrons alors dans un pavillon où des verres de couleurs nous montrent la cascade sous divers aspects : nuit, jour, aurore, hiver, etc. Le soleil, qui se révèle encore, aide beaucoup à ces effets bien connus, mais qui plaisent toujours.

Nous descendons ensuite, en traversant le jardin, à un quatrième balcon au moyen duquel la cascade est vue en dessous ; enfin à un cinquième, plus bas encore, où l’on est en quelque sorte sous la cascade même. Le bruit est intolérable, et l’on reçoit pas mal d’eau. Là, on est tout près des trois roches à pic qui partagent le fleuve, et dont l’une semble prête à tomber, ce qui ne peut manquer d’arriver tôt ou tard. La veille, le domestique qui m’accompagne a passé, en se servant d’une échelle, d’une roche à l’autre, aidé par ce même batelier qui venait de me conduire. C’était la première fois qu’on tentait ce passage, opération fort inutile et imprudente. Le grand danger était de placer l’échelle par le poids de laquelle on pouvait être entraîné.

L’éclaircie n’ayant pas duré, nous repassons le Rhin par une pluie battante. Je rentre à l’hôtel passablement mouillé, mais moins que la jeune femme que j’avais rencontrée avec son mari, et dont le parapluie ne pouvait couvrir la crinoline.

Je n’avais, de toute la journée, pris qu’un petit pain ; il était six heures et demi, et je mourais de faim. On m’annonce que la table d’hôte est servie. Bonne nouvelle ! Je m’y rends. Il y a peu de monde. Je me trouve en face d’une Anglaise grande et belle, pompeusement vêtue, buvant du vin du Rhin à l’aide d’une pipette et abondamment.

Un peu plus loin, deux Anglais à figures distinguées se disputaient en français avec un garçon d’hôtel pour ne payer que vingt francs une voiture qui devait, cette nuit même, les conduire à quelques lieues de là, course dont on voulait vingt-cinq francs. Nos gentlemens, avec cette ténacité anglaise qui leur fait tenir à honneur de ne pas revenir sur un mot dit, ne voulurent jamais céder ; ils se remirent à table, et préférèrent rester à l’hôtel en dépensant probablement vingt francs ou plus pour cette prolongation de séjour, et ceci pour ne pas en payer cinq.

Bientôt entre une jeune femme assez petite et coiffée d’un chapeau rond à plume noire. Elle-même était vêtue de noir. Tout était bizarre dans sa toilette d’ailleurs très-fraîche et qui, quoique simple, annonçait la richesse. Mais l’étrangeté de ce costume n’était rien à côté de celle de sa figure : sans être belle, je n’en ai jamais vu de plus mobile et en même temps de plus expressive. Elle avait quelque chose de fascinateur qui attirait et qui effrayait. Ses sourcils noirs et épais, se joignant au-dessus d’yeux plus noirs encore, lui donnaient l’air, quand elle les fronçait, d’une conspiratrice ou d’une magicienne.

Un moment après, entra un jeune homme. Dès que je l’aperçus, je me dis qu’il ne pouvait être que l’amant, le frère ou l’époux de cette femme. Tout était en harmonie dans leurs costumes et leurs figures. Ils se mirent à table en parlant une langue qui m’était inconnue et que j’étais disposé à prendre pour un argot, car elle ne ressemblait à rien. En ce moment paraît un nouveau personnage de très-bonne mine. Celui-ci était un Français, on ne pouvait s’y tromper. Il connaissait la dame et son compagnon, car il les salua en français et lui répondirent de même, mais avec un accent étranger très-prononcé.

Bientôt une discussion s’élève entre ce nouveau venu et les Anglais sur le prince russe Demidoff. Le Français prétendait qu’il était fils d’un esclave ; les Anglais soutenaient le contraire, et le mari de la dame au chapeau était de leur avis. Comme, dans ma jeunesse, j’avais eu occasion de voir le père du prince actuel et que je connaissais aussi le fils dont M. de **, mon parent, avait épousé une sœur, je pris la parole. Les Anglais riaient sous cape en me voyant si bien renseigné, et ce fut un triomphe pour eux, surtout lorsqu’un autre Français, qu’à sa tournure je reconnus pour un militaire, se joignit à moi pour soutenir l’ancienne origine des Demidoff. Cet officier avait connu M. de ** et M. R**, dont il faisait un grand éloge. Il me donna sa carte, je lui présentai la mienne, et la connaissance fut ainsi faite : c’était le colonel de Prebois.

Le dîner était excellent, la conversation des plus animées. La dame noire et son mari étaient grecs de Constantinople. Ils voyageaient en touristes ; ils avaient vu la meilleure société de Paris et de l’Italie qu’ils connaissaient parfaitement. Nous causâmes jusqu’à dix heures et demie, et chacun fut se coucher.

Je passai une mauvaise nuit. Le bruit assourdissant de cette chûte qui tombe sous mes fenêtres, la pluie qui les bat de son côté, le vent qui s’en mêle, forment une cacophonie terrible qui me dit que le sommeil, s’il est possible ici, est au moins assez difficile. Cependant la fatigue l’emporte : par instant, je m’endors, mais ce n’est pas pour longtemps. Bientôt je me réveille en sursaut, croyant que la maison s’écroule et qu’une poutre me tombe sur la tête. Je m’apprêtais à gagner la campagne, quand je me rappelle que je suis dans un lit, à cent pas d’une cascade, et que la poutre n’est autre qu’un édredon trop chaud pour la saison et qui, en m’étouffant, m’a donné le cauchemar.

(Jacques Boucher de Perthes, Voyage à Aix-Savoie, Turin, Milan, retour par la Suisse, en 1859, Jung-Treuttel 1867)

Stichworte:

Am Rheine

Du freundlich ernste starke Woge,
Vaterland am lieben Rheine,
Sieh’, die Tränen muß ich weinen,
Weil das alles nun verloren!
Die Felsen, so die Ritter sich erkoren,
Schweigend dunkle Klagen trauern,
Noch zerstückt die alten Mauern
Traurig aus dem Wasser ragen,
Wo in alter Vorzeit Tagen
Hohe Helden mutig lebten,
Voll von Lust nach Ruhme strebten;
Franken, Deutsche und Burgunden,
Die nun im dunkeln Strom verschwunden,
Tapfre Lanzen damals schwungen,
Noch die deutschen Lieder sungen,
Die Verderbnis weit verjugen,
Hand in Hand zum Bunde schlugen,
In edlem Rittertume,
Aus aller Tugend Eine Burg zum Ruhme
Durch alle Land’ erbauten;
Da der Mann dem Mann noch traute,
Deutsche Lust im Walde blühte,
Glaub’ in Demut liebend glühte,
Ach da keiner noch alleine,
In des Herzens tiefem Schreine,
Um sein Vaterland mußt’ klagen,
Selbst sich bittre Wunden schlagen,
Wie ich hier am heil’gen Rheine
Hohen Unmuts Tränen weine.

Dunkle Trauer zieht mich nieder,
Will in Wehmut ganz vergehen;
Wenn ich sehe, was geschehen,
Wenn ich denke, was gewesen,
Will die Brust in Schmerz sich lösen! –

So fahrt denn wohl, ihr lieben Wogen,
Wo ich Schmerz und Mut gesogen;
Denn den Mut auch fühl’ ich schlagen,
Und inmitten solcher Klagen
Springt die Quelle starker Jugend,
Und es waffnet feste Tugend
Unsre Brust mit Heldentreue.
Da entweicht denn alle Reue;
Kann ich gleich mit euch nicht leben,
So ergreift euch doch mein Streben.
Wo ich wandre, wo ich weile,
Glühen Männer, blühen Lieder
Und ich fühle wohl Vertrauen,
Auf des Herzens Fels zu bauen,
Eine neue Burg der Liebe,
Die in allem Sturme bliebe,
Mächtig durch die fernen Zeiten
Einen allvereinten Strom zu leiten,
Einen Strom von Lust und Schmerzen,
Alles aus dem eignen Herzen,
Wo die Lieder all’ verschlungen
Alle Herzen wiederklungen,
Hohe Freunde dann verbündet,
So der Freude Reich gegründet.

(Friedrich Schlegel, 1802)

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