Zons (2)

zons_forsythsFür seine Mauern ist Zons weit über Zons hinaus bekannt

zons_mauer_gesichterVon Horror sprechende Gesichtsausdrücke in altem Turmgemäuer

zons_fensterMauer mit eingekerkertem Fenster

zons_tricolorStilvoll koloriert: Mauer mit Auslaß

zons_landkarteKlassische Landkartenmauer

Stichworte:

Zons

zons_platonsches himmelsgleichnisPlatons Höhlengleichnis in der Zonser Variante als Schattenspiel am Kreismuseum

zons_maria magdalenaZonser Verzweiflung: Maria Magdalena klammert sich ans Kreuz vor St. Martinus

zons_sternNicht nur farbliche Geschlossenheit herrscht in der Zonser Himmelsmetaforik

zons_sudden foxEin plötzlicher Fuchs bevölkert den Blick von Zons in Richtung Rhein, der einst an die Stadtmauern der mittelalterlichen Festung reichte, mittlerweile jedoch einen halben Kilometer Abstand bevorzugt

Stichworte:

Blatnýs Rhein

ivan blatny_der rhein

aus: Ivan Blatný – Alte Wohnsitze. Gedichte. Aus dem Tschechischen von Christa Rothmeier, Wien 2005

Stichworte:

Rheinische Tierwelt (22)

rheinische tierwelt_goldfasanEin Goldfasan hastet schreiend durch die Rheinauen des Kölner Nordens

Stichworte:

Monheim (2)

monheim_rheincafé_fenster_3_dondorf

monheim_kalle1

monheim_kalle2

monheim_straßenleuchte

Stichworte:

Leuchttürme des Rheins: der Täuschturm von Leverkusen-Hitdorf

hitdorf_leuchtturm

Uns ist in alten Mären Wunders viel gesait: nicht alle Leuchttürme dienen der Sicherheit – nein – es gibt auch sogenannte „Täuschtürme“ – sie dienen der Unsicherheit, schlimmer noch: dem Untergang des Gegners!
So ein schelmiger Täuschturm befindet sich zu Leverkusen-Hitdorf.
Man sagt von ihm Folgendes: auf der „falschen“ Rheinseite – „Scheelsick“ tummelten sich die Treverer. Auf der „guten“ Rheinseite die Ubier. Beide Volksstämme hassten sich mordsabartig.
Warum? Das ist seit unvordenklichen Zeiten vergessen – manche munkeln an den Kaminfeuern, es habe sich dermaleinst um eine unschickliche Verquickung der Pissgeschirre gehandelt – der Bube, erzkeck, habe dem Mädel beigewohnet, so aber die Frucht des Leibes empfangen worden wär, sich bei mondloser Nacht ins Welsche davongemacht, andere meinen munkeln zu müssen, das Mädel habe dem Erzbuben heiße Träume gemacht, sich aber denn doch dem mit dem dickeren Klingelbeutel an den Hals, respektive das Gemächt geworfen – einerlei, warum, wieso und überhaupt – so viel Hass war selten respektive nie – es begann mit Handgemeinheiten auf allerlei Geselligkeiten, dann errichteten beide Seiten sogenannte Shitkatapulte und katapultierten allerlei Verdautes, Versautes und Halbverdautes über den unbeirrbaren Strom – als auch das nicht mehr genug, beschloss man ubierseits eine arge Erzbüberei: da auch der Treverer als solcher und überhaupt, gerne zu Schiffe ausfuhr und damals der wilde Strom noch wild und unbezähmt – so man gerne des Nachts allerlei Lagerfeuer, Fackelei und ander Licht entzündet, um Nachen, Kahn, Scholle und Windjammer, zu schweigen von Kajak, Ruderboot und Floß, heimzuführen – erst die eine Seite, dann die andere Seite errichtet einen Leuchtturm an der ärgsten und überhaupt kecksten Stelle – wo der Strom zürnt und die Gefahr groß – und so wurde durch falsches Leuchtfeuer manch’ Barkasse gen Grund, Strudel und Hölle geschickt – das falsche, halblebig Licht täuscht den Binnenseemann – Not und Tod, der Klabautermann, der auch binnenseits zu Werke, triumphieret -
Als die Altvorderen das sogenannt’ Deutsche Reich gründeten, musst’ auf der einen Seite der Täuschturm einem Autobahnanschluss weichen, auf der anderen Stromseit’ aber blieb der Schandturm erhalten – man sagt, „Leverkusen“ geht auf den Brauch zurück, zu trinken bis die „Lever“ – althochdeutsch für „Leber“ „kust“, das ist neuhochdeutsch „versagt“, „Hitdorf“, aber so vermutet der Heimatforscher, sei eine Schwundform von „Shitdorf“, was verweist auf die „Shitkatapulte“, mit denen man sich früher beharkt – also Exkremente, Gülle, Auswurf und anderen Unrat hin- und herüber schoss.
Aus den Ubiern wurden denn die Kölsche Jungs und Maidsche – aus den Treveren die Scheelsicker – und, so steht es geschrieben, man hasst sich bis auf den heutigen Tag.
Seltsam, aber so steht es nun einmal geschrieben.

(Fünfzehnter Teil der Exklusivserie “Leuchttürme des Rheins” von Bdolf)

Stichworte:

Monheim

monheim_ulla hahn haus

monheim_weite ist arbeit

monheim_tristesse mal vier_2

monheim_zentrum

monheim_rheinische tierwelt_elefant

Monheims Zentrum besteht aus Shopping Malls und Busbahnhof, die sich um das Rathaus gruppieren und die Lenkung der Stadt unmittelbar in ihre Konsum- und Fluchtmöglichkeiten fortzusetzen scheinen. Von den angedockten Cafés ergeben sich Ausblicke auf kunstlichtbeschienene Verbindungsgänge, Klinker und Beton. Eine für die Ortsgröße erhebliche Fußgängerzone führt aus dem Zentrum durch eine verspiegelte Unterführung auf die Plattenbauten des Berliner Viertels aus den Sechziger- und Siebzigerjahren. Dessen Straßen sind nach Bezirken der Hauptstadt benannt – mitten im Rheinland zu hören ist dort mitunter ein der Berliner Schnauze abgekupferter schnoddriger Tonfall. Ebenfalls im Zentrum befindet sich das Ulla-Hahn-Haus (oberstes Bild), der am intensivsten hervorgehobene Kulturspot des Örtchens. In Ulla Hahns Romanen, unter anderem Das verborgene Wort, fungiert Monheim als Vorlage des fiktiven rheinischen Ortes Dondorf.

Stichworte:

Strandtuch “Rhine”

strandtuch rhine_aqua

Fundstück im Sortiment des belgischen Online-Versandhauses EuroJoe: das Strandtuch “Rhine” (420 g/qm, 100% Baumwolle, Format: 100 x 180 cm, mit Bordüre, white waschbar bis 60°C, alle anderen Farben bis 40°C) in den Farben Aqua (im Bild), Bright Orange, Bright Green, Terra, Aubergine, Bright Yellow, Fuchsia, Light Blue, Black, Navy, Red, Grey, Orange, Chocolate, Sand, Yellow, Royal, Pink und White.

Dormagen (2)

dormagen_eingang_umleitungAuswegloser Eingang, einwegloser Ausgang

dormagen_aalschokker_holzsteleErinnerung an die Tradition des Aalfischens auf einer Stele am Rathausplatz. Im benachbarten Worringen bewirbt ein Händler noch den Aal (auf Vorbestellung) in seltener Kombination: “Gase, Gänseeier, Räucheraal und Weihnachtsbäume”.

dormagen_german hüzünRheinische Saudade

dormagen_rheinische ästhetikRheinische Ästhetik

dormagen_korrosion_witterungstattooDösender Zeitgeist. Wetter auf Müllcontainer. Dormagen 2017

Stichworte:

Presserückschau (März 2017)

1
Methadon-UFO
“In der Rheinüberwachungsstation (RÜS), die auf der deutschen Seite unterhalb der Palmrainbrücke in Weil liegt, werden (…) Wasserproben dem Rhein entnommen. Die Analytik erfolgt im Labor des Amts für Umwelt und Energie Basel-Stadt (AUE BS). Dort hat man einen Katalog von 670 Stoffen, von denen man weiss, dass sie in Industrie, Haushalt und Landwirtschaft flussaufwärts zum Einsatz kommen. Nach 380 dieser Substanzen fahndet man täglich. Überschreiten sie einen Grenzwert, wird Alarm ausgelöst. Die Konzentration der 290 weiteren Verbindungen wird in anderen Zeitabständen überprüft. (…) Parallel zu dieser Überwachung bekannter Substanzen schaut man mittels eines sogenannten Screenings, was sonst noch im Wasser vorkommt. Mit der Kombination verschiedener Messmethoden (…) bekommt man wie bei einem Radar auf dem Bildschirm gewisse Signale. Bei einigen weiss man aus Erfahrung, um was es geht. Andere sind buchstäblich «Unbekannte Flugobjekte». Ein solches chemisches UFO war (…) Methadon, das man im Rhein nicht erwartete.” (BZ)

2
Rhein im Mittelmeer
“Nach monatelangen Vorbereitungen hat der Tender “Rhein” (…) seinen Heimathafen Kiel verlassen, um sich im Mittelmeer am internationalen Kampf gegen Schleusernetzwerke zu beteiligen. Die “Rhein” steuert zunächst den Hafen von Augusta in Italien an. Sie wird dort den Tender “Main” aus Eckernförde ablösen, der sich seit Oktober an der EU-Operation “Sophia” beteiligt. Laut Marine wechselt in Augusta ein Teil der Besatzung des Tenders “Main” auf die “Rhein”. An Bord werden dann insgesamt mehr als 100 Frauen und Männer sein, darunter Militärpolizei, Ärzte und Sanitätspersonal.” (NDR)

3
Goldfische
“Walter Hirschmann (…) ärgert sich (…): «Manche setzen ­ihre Goldfische im Rhein aus, wohl, bevor sie in die Ferien fahren wollen und niemanden für die Fütterung finden» (…). Er habe selber Goldfische im Unterland, am Übergang der Glatt zum Rhein, gesehen. «Sie fallen einem wegen ihrer roten Farbe sofort auf», sagt Hirschmann. Vom Verzehr rät er aber ab: Sie seien zwar nicht giftig, jedoch schmeckten sie bitter. (…) Das kantonale Amt für Landschaft und Natur (…) be­stätigt, dass Aquariumfische im Rhein zu beobachten sind: (…) Es gebe vereinzelt Goldfische und Koikarpfen, Blaubandbärblinge und amerikanische Sonnenbarsche. Bei den genannten Fischen vermutet der Kanton, dass sie im Rhein «entsorgt» oder aus falscher Tierliebe ausgesetzt werden. «Möglicherweise stammen auch die zahlreichen Kamberkrebse im Rhein ursprünglich aus Aquarien» (…). Zahlen zu diesen ausgesetzten Aquariumfischen erfasst der Kanton nicht.” (Der Landbote)

4
Nicht immer grün
“»Der Rhein und Meißenheim« – dieses »Paar« stand beim zweiten Abend mit Geschichten am Stammtisch im »Eventhaus Sonne« im Mittelpunkt. (…) Es gibt vor und es gibt nach Tulla. Johann Gottfried von Tulla (1770 bis 1828) ist bekannt für seine Rhein-Regulierung. Davor waren sich Fluss und Mensch nicht immer grün. Der wilde Strom mit seinen immer neuen Armen trat oft über seine Ufer. Der Arm, der nach einem Hochwasser ein tieferes Bett geschaufelt hatte, war der Talweg, der die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich bildete – außer wenn das Elsass gerade Deutsch war. Staatsgrenze und Gemarkungsgrenze waren nicht identisch. Meißenheim hatte – wie alle Gemeinden am Rhein – auch Land jenseits des Flusses. Das schlimmste Hochwasser gab es (…) 1876. Bei Wittenweier brach ein Damm. Die Massen flossen übers Land. 1480 war auch gewaltig. 40 Kilometer um Straßburg stand alles unter Wasser. Nach Tulla wurde einiges anders. (…) Die ersten Dampfschiffe tauchten auf dem Rhein auf. Bis dahin undenkbar, musste doch vor der Regulierung manche Schiffe vom Ried bis nach Straßburg von Menschen gezogen werden. Erst danach konnten Pferde eingesetzt werden.” (Baden Online)

5
Mary Roos
“Die Schlagersängerin ist Patin und Namensgeberin für eine neue Event-Autofähre in Bingen. Diese kann man buchen und Partys auf ihr feiern, zum Beispiel eine Schlagerparty.” (ARD)

“Während im Rheingau und im Mittelrheintal wieder über den Bau von Rheinbrücken bei Rüdesheim und nördlich von St. Goar diskutiert und gestritten wird, setzt die Bingen-Rüdesheimer Fähr- und Schifffahrtsgesellschaft ein Zeichen. Mit der „Mary Roos“ hat das traditionsreiche Binger Unternehmen die modernste Autofähre am Rhein in Dienst gestellt. (…) Die Besonderheit ist ihre Zulassung als Fahrgastschiff. Die „Mary Roos“ kann nicht nur quer über, sondern auch längs auf dem Rhein. Dafür ist sie wie ein Ausflugsschiff ausgerüstet und ausgestattet und erfüllt die Auflagen wie beispielsweise Schwimmwesten für bis zu 600 Passagiere.” (FAZ)

6
Atmosferischer Techno
“The ninth release on the DSR-C series comes from Rhine. A new name with his roots in atmospheric techno steps up for his first solo EP. ‘De Storm’ opens the account with a loose collage of textured drums and scuffed-up synths. It makes for a bubbly groove that journeys far off into the night while ‘De Bron’ is more rooted underground, with cavernous echo chambers run through by supple bass synths and icy hi hat trails. Spooky and haunting, its a track to send shivers down your spine. Last of all, ‘Het Meer’ is a watery affair, with aqueous drips and drops, radiant pads and then more tightly coiled drums brushing up against one another to make for something atmospheric but also nicely driven. All three tracks are characterised by a rather tender and reflective mood that makes them all the more unique.” (deejay.de)

7
Distanz und Interesse
“Die Engländer schwanken in ihrem Verhältnis zum Kontinent seit je zwischen Distanz und Interesse. Der romantische Rhein zum Beispiel ist eine touristische Entdeckung reiselustiger Briten. Zu ihren Protagonisten gehört auch der Offizier und Zeichner Robert Batty, von dem ein opulentes Exemplar des ersten mit Stahlstichen illustrierten Rheinbuches Scenery of the Rhine (1826) in der Frühjahrsauktion von Venator & Hanstein aufgerufen wird. Das in vier große Foliobände gebundene Werk beinhaltet Stiche mit Abzügen auf Chinapapier vor der Schrift und die Originalzeichnungen zu 60 Stahlstichen. Die Taxe liegt bei 30.000 Euro. Bewunderer des Rheins gab es auch andernorts. In Wien erschienen 1798 Fünfzig malerische Ansichten des Rhein-Stromes von Speyer bis Düsseldorf von dem Landschafts­malers Laurenz Janscha. Das Spitzenlos der Auktion sollte den Interessenten mindestens 50.000 Euro wert sein.” (Weltkunst)

8
Grundelgruppe
“Seit einigen Jahren verbreiteten sich im Rhein bei Basel invasive Fischarten aus dem Schwarzmeerraum, schreibt der Bundesrat (…). Wahrscheinlich seien die Grundeln als Larven mit grossen Transportschiffen eingeschleppt worden. Die Schwarzmeergrundeln sind eine Konkurrenz für die einheimischen Arten. Besonders betroffen ist die Groppe. Aber auch Alet, Barben und Salmoniden seien bedroht (…). Die Fischfauna habe sich bereits stark verändert. Fünf Arten von Schwarzmeergrundeln werden nun auf die Liste der invasiven gebietsfremden Arten gesetzt. Die Haltung dieser Grundeln in Teichanlagen oder Aquarien wird damit bewilligungspflichtig, und ihre aktive Verbreitung ist verboten. (…) An der Universität Basel (MGU) gibt es eine Grundelgruppe, die sich mit den Bioinvasoren im Rhein beschäftigt.” (Basler Zeitung)

9
Neubürger
“Ihr Name geht darauf zurück, dass sie ihre Vorderpfoten wie beim Händewaschen bewegen, wenn sie etwas Essbares gefunden haben und sich daran machen, es zu verzehren. Waschbären suchen oft an Bachläufen nach Futter. Die Tiere sind possierlich anzuschauen. Doch ihr Aussehen täuscht darüber hinweg, dass mit ihnen nicht unbedingt gut Kirschen essen ist, denn sie sind Raubtiere. Der kluge und anpassungsfähige deutsche Neubürger ist auch im Rhein-Sieg-Kreis auf dem Vormarsch. (…) In der Jagdsaison 2010/2011 wurde ein Waschbär erlegt, fünf Jahre später 2015/2016 waren es schon 15. (…) Darum hat sich der BUND im Rahmen der Landesjagdgesetznovelle dafür ausgesprochen, den Waschbären von der Liste der jagdbaren Arten zu nehmen. Bisher sei es ohnehin nicht gelungen, die Kleinbären durch die Jagd zu dezimieren. Laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) liegt das daran, dass sich die Tiere, je stärker sie bejagt werden, umso stärker vermehren.” (Kölnische Rundschau)

10
Kalkschlammabdeckung
“Rund 2500 Kubikmeter Kalkschlamm, den der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF in den 1950er-Jahren im Rhein nördlich von Frankenthal entsorgt hat, werden gut sechs Jahrzehnte später mit einem Deckel aus Spezialkunststoff abgedeckt. (…) Der auf einer Fläche von 2900 Quadratmetern verteilte Produktionsabfall ist (…) für Fische giftig und kann, wenn Menschen oder Tiere mit ihm in Berührung kommen, ätzend wirken. Dass die BASF sich jetzt zu dem aufwendigen Sanierungsverfahren entschlossen hat, hängt mit dem inzwischen häufigen Niedrigwasser im Rhein zusammen.” (Rheinpfalz)

11
Der Rhein als Person
“Wird nach den Flüssen Ganges und Yamuna in Indien bald auch der Rhein rechtlich zu einer Person ernannt? Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht: Ja. Sie schlägt vor, den Rhein in einer symbolischen Aktion als Lebewesen einzustufen und ihn so vor Verschmutzung zu schützen. (…) Die beiden heiligen Flüsse der Hindus in Indien genießen künftig die gleichen Rechte wie natürliche Personen. Das heißt: Wer ihnen Schaden zufügt, wird juristisch so belangt, als hätte er einem Menschen geschadet. Umweltschützer in Indien zweifeln aber, ob das Urteil dem Schutz der extrem verschmutzten Flüsse helfen wird. Das neuseeländische Parlament hatte vor kurzem den Fluss Whanganui zur Rechtsperson erklärt, damit die „Interessen“ des 290 Kilometer langen Wasserlaufs vor Gerichten eingeklagt werden könnten.” (Augsburger Allgemeine)

12
Rheintote
“Die Polizei ist (…) zu einem Einsatz nach Unkel ausgerückt. Am Rheinufer war dort (…) eine Wasserleiche entdeckt worden. Die Polizei musste sie aus dem Fluss bergen. Wie die Beamten in Koblenz mitteilten, handelt es sich um eine weibliche Person. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. So gebe es nach Angaben der Polizei derzeit keine Hinweise auf die Identität der Frau. Auch sei noch unklar, wie lange der Körper dort schon gelegen habe, bevor er gefunden wurde.” (General-Anzeiger)

“In Niederkassel haben Spaziergänger (…) eine Leiche im Rhein entdeckt. Die Feuerwehr barg den Leichnam im seichten Wasser am Ufer und brachte ihn an Land. Bisher ist nur bekannt, dass es sich bei der Leiche um einen Mann handelt.” (WDR)

“Bei Schaan trieb (…) eine leblose Frau im Rhein. Zuerst war nicht klar, ob die Person noch lebt oder nicht. Kurze Zeit später liess die Liechtensteinische Polizei wissen: «Die Person konnte nur noch tot geborgen werden.» Der leblose Körper sei bei einer Fussgängerbrücke auf der Höhe des Ortes Schaan entdeckt worden. Wie die Landespolizei am Abend mitteilte, handelt sich um eine noch unbekannte Frau. Das Fürstliche Landgericht hat eine Obduktion angeordnet. Noch ist völlig unklar, ob es sich um einen Unfall, ein Verbrechen oder einen Suizid handelt.” (Vaterland)

“Drei Wochen nach seinem Sturz von einer Brücke in den Rhein ist ein 32-jähriger Mann tot aus dem Fluss geborgen worden. Die Leiche des Mannes wurde (…) bei Mannheim von zwei Jetski-Fahrern entdeckt (…). Die Wasserschutzpolizei brachte den Toten an Land. Es handele sich um den aus Mannheim stammenden Mann, der Anfang März bei Ludwigshafen von einer Brücke in den Rhein gestürzt war. Er wurde seither vermisst, auch umfangreiche Suchaktionen waren ergebnislos geblieben. Die Polizei geht von einem Unglück aus. Hinweise auf ein Verbrechen oder die Beteiligung anderer Personen gebe es nicht.” (Stuttgarter Nachrichten)

Stichworte:

Marcel Crépon über Franz Liszts Platane (3)

nonnenwerth_chambre1

(…) Zwei Metro-Stationen entfernt von der Kirche befand sich seine Wohnung, eigentlich ein ehemaliges Zofenzimmer, im fünften Stock gelegen, mit genügend Platz, um keinen wirklichen Platz zu haben, welcher jedoch ausreichte, um sich im Kreis zu drehen. Das eingerahmte Blatt hing über dem Bett, es stammte eindeutig von einer Platane ab. Obwohl die Lichtverhältnisse miserabel waren, sah ich wie der Mann ein Profil von Liszt mit Tusche und Wasserfarbe darauf gezeichnet hatte. Es sah nicht schlecht aus, wenn auch nicht besonders schön. Während wir uns darüber unterhielten, blieb die Frau stumm auf dem Bett sitzen. Dann stand sie auf, näherte sich dem Rahmen, riss ihn plötzlich vom Wand ab und schlug mit der Hand darauf, wobei ihre Ringe als eine Art poing américain dienten und das Glas zerbrachen. Überrascht (ich) und entsetzt (der Mann) blieben wir still und starrten sie an. Sie schaute mit einer Art pathologischem Vergnügen zurück, so als ob sie die Absicht hätte, das braune, getrocknete Blatt zu zerreißen, oder es vielleicht zu verschlucken, um sich dessen Zauber einzuverleiben. Doch weder das eine noch das andere tat sie, sondern sie nahm es an ihren Mund und küsste es. Dann legte sie es auf das Bett und ging. Nun lag es da, von verstaubtem Glas befreit. Vorsichtig, doch fest entschlossen fragte ich um Erlaubnis, es photographieren zu dürfen. Der noch regungslose Mann bejahte mit den Augenlidern. Ich machte einen Aufnahme, und hörte wie er in meinen Rücken flüsterte:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Dies, das letzte meiner Lieder
ruft dir. Komme wieder, wieder!

In Hochachtung und mit freundlichen Grüßen,
Ihr Marcel Crépon

***

Direkt oder indirekt zitiert :

- Felix Lichnowsky, Die Nonnenzelle
- Franz Liszt, Die Nonnenzelle, S.274/1 (Eck, Köln 1843)
- Jean Cras, Poèmes intimes, Nr. 5: La maison du matin (Eschig, Paris 1912)
- Antoine Mariotte, Kakémonos op. 20, 4 pièces japonaises pour piano, III – Temple au crépuscule (Enoch, Paris 1925)
- Wind des Rheines – “Le Vent du Rhin”: unter diesem Titel wurde Alcools von Apollinaire in dessen Revue Immorale 1905 angekündigt.

nonnenwerth_apollinaire_revue

- Jacques Trochet (Nonenwerth, 9. August 1794), Baptiste Toulié (Nonenwerth, 26. August 1794). In: Charles-Louis Chassin & Léon Hennet, Les volontaires nationaux pendant la Révolution. Historique militaire et états de services des huit premiers bataillons de Paris, levés en 1791 et 1792 (Paris, 1899-1906)
- Günther Prötzies, Studien zur Biographie Franz Liszts und zu ausgewählten seiner Klavierwerke in der Zeit der Jahre 1828-1846 (Bochum, 2004)
- ”Der nach dem mittleren Rheinarm gelegene Rand der Insel trug den stolzen Namen ”Die Schweiz”. Woher der Name kam, ist schwer zu begreifen, denn es war der häßlichste Theil des ganzen Besitzthums: ein sandiges, unebenes Terrain mit ruppigen Birken und Hollergebüsch, das im Sommer stets klebrig und voll Insekten war, und das die Aussicht auf den Rhein und das Gebirge versperrte. Auf der anderen Langseite der Insel, Rolandseck gegenüber, zog sich eine alte Pappelallee hin. Ringsum aber rauschte der Strom, und von den Ufern winkten die Berge mit ihren Ruinen und ihren Landhäusern zu uns herüber.”
Christine von Hoiningen-Huene, Nonnenwerth. Eine rheinische Klosterschule. In: Deutsche Rundschau, Bd. 100, Juli-August-September 1899.
- Franz Liszt und die Gräfin d’Agoult in Nonnenwerth 1841-1842. Aus dem Nachlass Varnhagens von Ense mitgeteilt von Emil Jakobs. In: Die Musik, Halbmonatsschrift mit Bildern und Noten, hrg. von Kapellmeister Bernhard Schuster, October (Berlin und Leipzig 1911-1912).

Stichworte:

Marcel Crépon über Franz Liszts Platane (2)

(…) Ich muss gestehen, liebes rheinsein, dass ich recht erstaunt, ja etwas dumm da stand, fasziniert zu sehen wie der Disput sich entflammte, so als ob die jeweilig vertretenen Ansichten aus reinem Schießpulver bestünden. Ich sah beide Liszt-Anhänger, kurz zuvor in der Kirche noch von Harmonien und Melodien durchtränkt tief in sich versunken, nun zwei Frachtern gleich mit voller Kraft voraus und bereit zum Aufprall. Wer zuerst Gewalt anwandte, vermag ich heute nicht mehr zu erinnern. Auf einmal standen sie in der wenig beleuchteten Außenseite der Kirche, und während der Mann sich seine errötete Wange mit der linken Hand rieb, ergriff die rechte das Haar der Frau, die sofort mit geballter Faust in des Gegners Magen zurückzuschlagen versuchte, doch nur die Rippen traf, jedoch nicht kräftig genug, um den Mann daran zu hindern sie an den Schulter zu packen und heftig zu schütteln, wobei er seine Deckung aufhob und den Weg frei gab für ein feindliches Knie, das zwischen seinen Beinen einen Totalschaden angerichtet hätte, wäre nicht der Wintermantel vorhanden gewesen, der auch dafür verantwortlich war, dass die Frau leicht ihr Gleichgewicht verlor, was sie jedoch zu ihrem Vorteil nutzte, um dem Mann einen Kinnhaken zu verpassen, der ihn einen Augenblick verunsicherte, doch ließ die Parade nicht auf sich warten, indem er, sich daran erinnernd, dass auch Frauen einen sensiblen Genitalbereich vorweisen, hinterlistig einen Fuß in die erwähnte Region erhob, was die Frau geahnt haben musste, denn sie schritt instinktiv und flink beiseite, und umschlang ihn, um weitere Angriff zu vereiteln, eine Taktik, die von ihm sofort imitiert wurde, und zwar so kräftig, dass beide zu Boden fielen, die Umarmung mit den Beinen erweiterten, was den Kampf als einen leidenschaftlichen, furiosen Liebesakt erscheinen ließ, in dem die von Eros und Thanatos freigesetzten Energien beide Liebenden im besten Fall annihilieren. So weit kam es jedoch nicht. Die Bellizisten honorierten einander mit weiteren Schlägen, Strangulationsversuchen, Rupfen, Beschimpfungen, wie eben nur der selbstlose Egoismus der Liebenden es zustande zu bringen vermag. Sollte ich eingreifen, oder dem Kampf seinen Lauf lassen? Ich erinnerte mich wie in Alice im Wunderland der Siebenschläfer die Aufmerksamkeit des irrsinnigen Teetrinkers zu sehr auf sich lenkte, und in eine Teekanne gestopft wurde. Das gleiche Schicksal hätte mir drohen können, in einer herumstehenden Mülltonne. Also schwieg ich, und schaute weiter. Bald ließen sowieso Heftigkeit und Präzision der Angriffe nach, bald lagen die Kontrahenten erschöpft, wie zwei von der Ebbe zurückgelassene Strandgüter. Es röchelte, sabberte, stöhnte, wimmerte, spuckte. “Eine Platane war es…”, seufzte dann der Mann, “ich weiß es, ich war dort”. Die Frau drehte ihm langsam den Kopf zu. “Ja, ich bin auf der Insel gewesen. Um auf die Insel zu gelangen, nutzte man damals eine Fähre mit Seilen. Den Betreiber fragte ich halb auf Englisch, halb mit Zeichensprache, ob er mich übersetzen könnte. Er verneinte, es sei denn, ich wolle zum Friedhof. Meine Absicht war es gewiss nicht, d.h. nicht wie dieser Charon es vielleicht meinte. Doch so war es: auf die Insel kam man nur, um die Toten zu besuchen (vielleicht hätte mich als Nachfahre der arme Trochet, oder der arme Toulié, die 1794 auf der Insel verstarben), zu beten oder wenn man im Mädcheninternat eingeschult ist. Damals war es auf jeden Fall so.” – “Und was geschah dann?” wollte die Frau wissen. “Den Rest des Nachmittags verbrachte ich in einer Gaststätte, beobachtete die Aktivität auf dem Fluss, machte Fotos.

nonnenwerth_platane4

Nachts wagte ich mich zur Insel. Zwischen ihr und dem Ufer ist der Rhein wirklich nicht breit, kaum 100 Meter und so gut wie ohne Strömung. Ich hatte also leichtes Spiel. Am Ufer angekommen waren es nur ein paar Schritte bis zur Plat…” – “Pap…” – “Sagen wir bis zum Baum”, unterbrach ich. “Und danach? Haben Sie sich wie ein billiger Verführer zu den Mädels geschlichen?” – “… ??????? Nein, ich kniete am Fuß des hoch ragenden Stammes, schloss die Augen, berührte die Rinde, die einst von Liszts Fingern angefasst wurde, und weinte. Nach einer Weile schwamm ich dann zurück, als fast das Blatt, das ich mitgenommen hatte, als ich kurz Luft schnappen wollte, vom Wasser weggespült worden wäre.” Die Unbekannte hörte schweigend zu, nickte mit dem Kopf, hielt dennoch an ihrer Pappel fest, bezeichnete sie als Todessymbol. Die Rheininselidylle verdüsterte sich allmählich, bis sie von “Nonnenwerth suicide”, von Vorahnung sprach und versicherte, dass Liszt, als er den mit bunten Bändern geschmückten Baum zu pflanzen gebeten wurde, eine Pappel sah, ähnlich denjenigen, die den Kenotaphen Rousseaus umstehen auf der Île des Peupliers, und er nicht den Kenotaphen sah, sondern, statt seines ersehnten Refugiums, das Grab seiner Liebe für Marie d‘Agoult. Es sei ja bei einer Pappel geblieben. Mit Volldampf habe Liszt vor seinem Geburtstag links und rechts die Rheinufer mit Konzerten bombardiert, seinen musikalischen Feldzug danach fortgesetzt, Berlin, Sankt Petersburg und wo sonst noch – und mit wem… Doch sei ein Wunder geschehen: aus der einen Pappel sei schließlich eine ganze Allee geworden, wie sie Christine von Hoiningen-Huene in ihren Erinnerungen… Der Mann stoppte die Lawine: “35, 40 Jahre später niedergeschrieben… Wer mag da zwischen Platane und Pappel unterscheiden? Die Beschreibungen eines Augenzeugen sind da zuverlässiger; Marie von Czettritz und Neuhauß spr…” – “Ja, von Austern, Leberpastete, Torten, Ananas, Wildschweinkopf kann diese Frau in ihren Briefen reden, von Thermometern, Medaillen, von bemalten Inseln, von in Drachen verwandelten Inseln oder was weiß ich? Sie mag das Äußerliche, das Unwichtige detailgetreu wiedergeben, was aber ist mit dem Innerlichen?” – “Meinen Sie, der Baum wäre äußerlich ein Populus gewesen, und im Inneren ein Platanus? Oder verstehe ich falsch? Welch Unding! Was zählt ist das Blatt, das ich gegen den Strom zurückeroberte und mit nach Hause nahm.” Um eine Fortsetzung des Kampfes zu unterbinden, schlug ich vor, wenn es dem Mann recht wäre, das Blatt anschauen zu dürfen. (…)

Fortsetzung folgt.

***

Marcel Crépon für rheinsein aus Paris. Im folgenden und abschließenden dritten Teil seines Berichts wird die Frage, ob es sich bei Liszts auf der Insel Nonnenwerth eigenhändig gepflanzten Baum um eine Platane oder Pappel handelt, endgültig entschieden.

Stichworte:

Marcel Crépon über Franz Liszts Platane

Liebes rheinsein,

wie ein schlafgestörter Siebenschläfer durchstreifte ich die kalte, nasse Misere eines winterlichen Pariser Abends, und “blätterte”, in Erwartung den Müdigkeitsprozess in Gang zu setzen, im offenen Buch des Straßengeschehens: Wände, Fenster, Schaufenster, Stadtmöbel, bis ich vor einer Ladentür stehen blieb. Mehr als der programmatische Inhalt war es das Flattern eines fahlen grünen Plakats gewesen, welches meine Aufmerksamkeit erweckte hatte. Eine bescheidene Schwarz-Weiß-Fotokopie, mit Tesafilm auf der Scheibe befestigt, die mit anderen, auf Glanzpapier gedruckten vierfarbigen Ankündigungen, um die Gunst der Passanten konkurrierte. Ich beobachtete die Reaktion einer abgerissenen Ecke auf jeden Luftzug, die manchmal mit hektischen, manchmal mit kaum wahrnehmbaren Bewegungen ausfiel, als in meinen Rücken eine weibliche Stimme erklang: “Mögen sie Liszt?”. Darüber nachgedacht hatte ich noch nie. Lausche ich Musik, ist das mehr zufällig als infolge irgendeiner Präferenz. Ich drehte mich um, bewegte die Gesichtsmuskel so, dass keine interpretierbare Äußerung möglich war, und skizzierte mit den Händen in der Luft geschickte, bedeutungslose Gebärden. Kurz: ich legte mich nicht fest, lenkte lieber auf die Programmgestaltung ab, laut der neben Liszt Stücke von Jean Cras und Antoine Mariotte musiziert werden sollten. Die Frau zog einen subtilen Bogen von „Die Nonnenzelle“ über „La Maison du Matin“ hin zu „Le Temple au Crépuscule“, irdische Einrichtungen, die den weltlichen Rumor einzudämmen wüssten, allein um der Welt einen würdigen Eintritt in den Geist zu gewähren. Es fiel mir aufrichtig schwer, ihren Gedanken zu folgen. Es reichte ja, wenn ich sie zum Konzert begleiten würde, neugierig zu hören was erklingen würde. Denn wie das Morgenhaus am Meer lachte und der Tempel sich vielleicht in einem Tümpel spiegelte, so war gewiss die Nonnenzelle vom Wind des Rheins belüftet. So stellte ich sie mir vor: karg eingerichtet und voller Demut, still, doch von erhabener Idiotie vibrierend, feucht vom Gebetsschweiss, eng, doch majestätisch wie die Kuppel des Panthéons, welche hinter den Dächern aufragte und der wir uns näherten. Fast am Ende der rue des Carmes angekommen, machte die Unbekannte ein Zeichen und wir gingen durch einen kleinen Hof bis zum Eingang einer Kirche, erbaut im XIV. Jahrhundert, umgebaut im XVII., und zuletzt 1733 im Barockstil neu errichtet. Darauf hatte die Revolution die Wappen ihrer letzten Gönner vom Portal gehämmert, und sie mal als Gefängnis, mal als Lager genutzt; 1925 wurde sie der syrisch-katholischen Kirche übergeben; aufgrund ihrer ausgezeichneten Akustik werden dort heute regelmäßig Konzerte veranstaltet, wie ich einem Informationsblatt entnehmen konnte, während die Unbekannte die Karten zahlte. Wir traten ein. Als wir wieder herauskamen, schwebte sie wortwörtlich. Ihre Bewunderung für Liszts Opus war in eine Art Verzückung übergegangen. Körperlos schien sie über das Pflaster zu gleiten. Lächelnd beschrieb sie, wie jeder Akkord, jede Note sie an das sanfte, zarte Geraschel von Blattwerk im Sommerwind erinnerte.
- So ist es, fügte ein uns folgender Melomane hinzu. Man könnte glauben, man säße unter Liszts Platane, deren Blätter von der Flussbrise gestreichelt werden und friedlich säuseln, und siehe da: aus des Wassers Welle taucht einsam die Klosterzelle auf, wie es im Gedicht Felix Lichnowskys so schön dargestellt wird.
- Welche Platane? fragte ich.
- Liszts Platane, sagte ich bereits, die er vor fast 200 Jahren auf der Insel Nonnenwerth…
- Es war aber eine Pappel, erwiderte die Unbekannte, die blitzartig auf den Boden der Realität zurückgefunden hatte.
- Eine Platane, Madame, 1841 vom Maestro eigenhändig, am Tag seines 30. Geburtstags gepflanzt.
- Warum nicht eine Kokospalme oder ein Gummibaum?!
- Liszt war ein Poet, kein Plantagenaufseher. (…)

Fortsetzung folgt.

***

Offenbar hielt sich Marcel Crépon vor kurzem in Paris auf. Das entnehmen wir einer ausführlichen, mit Fotos illustrierten Mail unseres treuen Leserreporters, die, einer großstädtischen Laune zufolge, den Aufenthalt Franz Liszts auf der Rheininsel Nonnenwerth zum Thema hat. Wir stellen Monsieur Crépons rheinisches Erlebnis zu Paris in drei Teilen vor. Soviel vorweg: Teil 2 wird eine furiose Kampfszene enthalten.

Stichworte: